Wien (OTS) – „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit ist
für die
österreichische Industrie eine Selbstverständlichkeit. Unsere
Unternehmen stehen für leistungs- und qualifikationsgerechte
Entlohnung sowie für transparente und nachvollziehbare
Vergütungssysteme, auf der Basis des österreichischen
Kollektivvertragssystems“, betont die Industriellenvereinigung (IV)
anlässlich der aktuellen Debatte über die Umsetzung der EU-
Lohntransparenzrichtlinie.
Gleichzeitig warnt die IV davor, die Diskussion auf vereinfachte
Darstellungen zu reduzieren. Österreich liegt beim bereinigten Gender
Pay Gap nach Eurostat unter dem EU-Durchschnitt und auf einem
vergleichbaren Niveau wie Deutschland, Dänemark, die Niederlande oder
Finnland. „Niemand bestreitet, dass es nach wie vor strukturelle
Herausforderungen gibt. Wer Einkommensunterschiede nachhaltig
reduzieren will, muss aber die tatsächlichen Ursachen in den Blick
nehmen“, so die IV. Dazu zählen etwa unterschiedliche Berufswahl,
Erwerbsbiografien, Arbeitszeit oder die Verfügbarkeit von
Kinderbetreuungsangeboten. „Eine sachliche Debatte über diese
Faktoren bringt mehr als pauschale Schuldzuweisungen oder zusätzliche
Berichtspflichten.“
Die Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie muss mit
Hausverstand erfolgen. „Entscheidend ist, dass die Richtlinie
praxistauglich umgesetzt wird und nicht in einer Bürokratielawine für
die Unternehmen endet. Zusätzliche Berichtspflichten dürfen nicht zum
Selbstzweck werden“, so die Industriellenvereinigung abschließend.