Wien (OTS) – Die Industriellenvereinigung (IV) bekräftigt ihre
Ablehnung eines
isolierten nationalen Sonderziels der Klimaneutralität 2040 und
verweist in diesem Zusammenhang abermals auf den fehlenden
klimapolitischen Nutzen und die tatsächliche Kostenbelastung eines
Alleingangs. „Ein Vorziehen der Klimaneutralität auf 2040 ist mit
gewaltigen Kosten verbunden und das ohne, dass Europa dadurch auch
nur einen Tag früher klimaneutral wird“, so IV-Generalsekretär
Christoph Neumayer. Eine aktuelle Modellrechnung von ECO-Austria im
Auftrag der IV-Oberösterreich zeigt, dass die Wirtschaftsleistung
durch den Alleingang von 1,7 bis 2,6 Prozent geringer ausfallen
könnte, das entspricht rund 8,5 bis 13 Milliarden Euro. Rund 30.000
bis 45.000 Arbeitsplätze stünden zusätzlich auf dem Spiel.
„Diese Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Österreich
verursacht nur 0,14 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen.
Ein nationaler Alleingang zehn Jahre vor dem EU-Ziel ändert am
globalen Klima nichts, denn die anderen EU-Staaten können dann mehr
CO2 bis 2050 ausstoßen, weil das Klimaziel ein gesamteuropäisches
ist. Aber der Alleingang verschafft uns einen massiven
Standortnachteil“, so Neumayer und meint weiter: „Industrie und
Wirtschaft haben sich längst auf den europäischen Zielpfad bis 2050
eingestellt und setzen ihn bereits um – mit Investitionen, die sich
ökonomisch tragen und mit den Nachbarländern im Gleichklang stehen.
Durch ein Vorziehen auf 2040 stellen wir uns dabei nur selbst ein
Bein, ohne dass Europa insgesamt schneller klimaneutral wird.“
Die IV fordert die Bundesregierung auf, den Zielpfad, der sich am
europäischen Ziel 2050 orientiert beizubehalten und die bereits
laufende Transformation der Industrie nicht durch unnötige
populistische nationale Verschärfungen zu gefährden.