Wien (OTS) – Die Geflügelwirtschaft Österreich zeigt sich beunruhigt
über heute
von foodwatch Austria veröffentlichte Hinweise auf eine mögliche
irreführende Aufmachung bei importierten Eiern im Sortiment von SPAR.
Die Eier werden im Großraum Wien vermarktet. Auf Verpackungen werden
Hühner in einer Freilandumgebung dargestellt, obwohl laut
Kennzeichnung Eier aus Bodenhaltung enthalten sind. Für
Konsumentinnen und Konsumenten kann dadurch ein widersprüchlicher
Eindruck über die tatsächliche Haltungsform entstehen. Das Wiener
Marktamt bestätigt den Verdacht auf Irreführung. Seitens der Behörde
werden entsprechende Maßnahmen und Sanktionen eingeleitet.
Zwtl.: Gutachten sieht potenziell irreführende Aufmachung
Ein Gutachten einer akkreditierten Prüfstelle kommt zu dem
Ergebnis, dass die konkrete Gestaltung der Verpackung als potenziell
irreführend im Sinne der geltenden Kennzeichnungsvorschriften
beurteilt werden kann.
„Für uns ist entscheidend, dass Konsumentinnen und Konsumenten
sich auf die Darstellung auf der Verpackung verlassen können. Wenn
Bildsprache und tatsächlicher Inhalt nicht eindeutig zusammenpassen,
dann entsteht Unsicherheit und Vertrauen geht verloren“, so Günther
Wenninger, EZG-Obmann und Vorstandsmitglied der Geflügelwirtschaft
Österreich.
Zwtl.: Behördliche Klärung
Der Sachverhalt wurde den zuständigen Behörden zur Prüfung
vorgelegt. Aus Sicht der Geflügelwirtschaft ist die unabhängige,
behördliche Bewertung wesentlich, um endgültig Klarheit für
Konsumentinnen und Konsumenten sowie alle Marktteilnehmer zu
schaffen. Das Wiener Marktamt bestätigt heute, dass aufgrund der
übermittelten Unterlagen der Verdacht der Irreführung evident ist.
Seitens der Behörde werden entsprechende Maßnahmen und Sanktionen
ergriffen.
Zwtl.: Transparenz ist kein Zufall, sondern System
Die Geflügelwirtschaft verweist in diesem Zusammenhang auf die
hohen Standards bei Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit bei Eiern in
Österreich. Heimische Eier unterliegen strengen Vorgaben – unter
anderem durch die Verpflichtung im AMA-Gütesiegel, Eier direkt im
Vorraum des Stalles zu kennzeichnen. Eierpackstellen, die Eier an den
Handel liefern, dokumentieren sämtliche Warenein- und Warenausgänge
tagesbezogen in der Österreichischen Eierdatenbank. Ein
Prüfalgorithmus überwacht die Mengenströme und erkennt mögliche
Unregelmäßigkeiten.
„In Österreich ist jedes Ei, das in den Handel kommt, lückenlos
rückverfolgbar. Diese Transparenz ist das Ergebnis eines Systems, das
über viele Jahre aufgebaut wurde“, betont Wenninger.
Zwtl.: Importware besonders sensibel
Gerade bei importierten Frischeiern ist eine klare und
verständliche Kennzeichnung besonders wichtig. Unterschiedliche
Aufmachungen und für Konsumentinnen und Konsumenten ungewohnte
Kennzeichnungselemente können die Orientierung zusätzlich erschweren.
„Wenn bei Importware Unklarheiten entstehen, verunsichert das die
Konsumentinnen und Konsumenten. Das Vertrauen leidet insgesamt. Umso
wichtiger ist eine eindeutige und nachvollziehbare Darstellung“, so
Wenninger.
Zwtl.: Zusammenhang mit aktueller Marktentwicklung
Vor dem Hintergrund der jüngsten Entscheidung von SPAR, auf
Import-Eier zu setzen, sieht die Geflügelwirtschaft erhöhten Bedarf
an Transparenz und klarer Kommunikation gegenüber Konsumentinnen und
Konsumenten.
„Wir sehen hier Klärungsbedarf und erwarten eine rasche,
transparente Bewertung des Sachverhalts“, so GWÖ-Obmann-
Stellvertreter Heinz Schlögl.
Zwtl.: Klare Forderung nach Transparenz
Abseits des aktuell aufgedeckten Falles der potenziell
irreführenden Kennzeichnung bei importierten Frischeiern, bleibt ein
anderes großes Problem unsichtbar. Denn in Fertigprodukten, Back- und
Teigwaren, die in Österreich verkauft werden, sind leider noch immer
Käfigeier aus dem Ausland erlaubt und das auch gänzlich ohne
Kennzeichnungspflicht. Eine Aufdeckung des Wiener Marktamtes, wonach
75.000 ungekennzeichnete Eier, mutmaßlich aus Käfighaltung, aus der
Ukraine in Wien beanstandet wurden, verstärkt nun den Handlungsdruck
auch auf die Politik.
Die Geflügelwirtschaft Österreich fordert eine rasche Aufklärung
sowie gegebenenfalls Anpassungen, um eine eindeutige und konsistente
Eier-Kennzeichnung sicherzustellen.
„Die Österreicherinnen und Österreicher müssen sich beim
Eiereinkauf darauf verlassen können, dass Verpackung und
tatsächlicher Inhalt klar zusammenpassen. Genau dafür braucht es
jetzt rasche Klarheit“, so GWÖ-Obmann-Stellvertreter Schlögl
abschließend.