Irreführender Preisvergleich verzerrt Bild der Fernwärme

Wien (OTS) – Der Fachverband Gas Wärme (FGW) widerspricht entschieden
der
Darstellung der österreichischen Fernwärmebranche durch Beraterfirma
Kreutzer Fische & Partner. Die Aufstellung ist fehler- und lückenhaft
und es entsteht insgesamt ein verzerrtes Bild der Branche.
Die am Mittwoch, 27.8., medial kolportiere Aussendung beruft sich auf
die öffentliche Transparenz-Plattform www.waermepreise.at des
Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus. Obwohl auf
dieser Plattform die Tarifdaten sämtlicher österreichischer Betreiber
von Nah- und Fernwärmenetzen aufgelistet werden, zeigt bereits eine
einfache Stichprobe, dass in der Aufstellung Tarife von vielen
österreichischen Wärmeversorgern fehlen. Zudem werden
unterschiedliche Systeme in einen Topf geworfen – Kleinstanlagen, die
nur für ein Gebäude produzieren und große Verbundnetze mit
zigtausenden Haushalten. Von der unterschiedlichen Erzeugungsart der
Wärme ganz abgesehen. Das führt zu einer verzerrten Darstellung.

Preisgestaltung von vielen Faktoren abhängig
Fern- und Nahwärmesysteme sind eine zukunftsfähige Art der
Wärmeversorgung, die insbesondere für die Dekarbonisierung von dicht
besiedelten Gebieten große Chancen bieten.
Einflussfaktoren für die Preisgestaltung sind:

Lokale Möglichkeiten der Wärmeerzeugung

Brennstoffverfügbarkeit und -kosten

Investitionskosten in Erzeugungsanlagen und Fernwärmeleitungen

Struktur der Wärmeabnehmer und Anschlussdichte (Stadt/Land)

Gesetzliche Rahmenbedingungen, Steuern und Abgaben (CO2- Steuern
und Emissionshandel)

Unterschiedliche Förderregime seitens des Bundes und der Länder

In Österreich ist die Nutzung verschiedener Wärmequellen und
Energieträger je nach Region sehr unterschiedlich. Während etwa die
Nutzung von Biomasse in kleineren Gemeinden stark vertreten ist,
werden große Städte tendenziell mit gasbefeuerten KWK-Anlagen
versorgt. Auch die Anzahl und Struktur der Kundinnen und Kunden, die
mit Fernwärme versorgt werden, variiert in Hinblick auf die
Wärmedichte in den verschiedenen Regionen stark. Dies wirkt sich auf
die Kosten und die Preisgestaltung aus. Diese Unterschiede werden in
der Darstellung ignoriert – verglichen werden also Kleinstanlagen,
die zum Beispiel mit lokal verfügbaren biogenen Ressourcen betrieben
werden, mit Systemen, die Versorgungssicherheit für Großstädte
gewährleisten. Dadurch, dass die großen Unterschiede zwischen
verschiedenen Nah- und Fernwärmesystemen nicht angeführt werden,
entsteht der Eindruck der Willkür bei der Preissetzung.
Der FGW widerspricht dieser Darstellung entschieden und fordert die
Verantwortlichen zu einem sorgfältigeren Umgang mit Daten auf, die
geeignet sind, das Ansehen einer hinsichtlich Versorgungssicherheit
und Klimaschutz zentralen Branche zu schädigen.