Wien (OTS) – „Touristische Investitionen entfalten ihre Wirkung weit
über die
Branche hinaus. Sie stärken nicht nur Tourismusbetriebe selbst,
sondern auch zahlreiche Dienstleister vor Ort. Außerdem tragen sie
zur Schaffung und Erhaltung von Infrastruktur bei, von der die
gesamte Bevölkerung profitiert“, erklärt Susanne Kraus-Winkler,
Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) anlässlich der Veröffentlichung
der OeHT-Förderbilanz für das Jahr 2025. „Wo im Tourismus investiert
wird, entstehen nachhaltige Perspektiven für ganze Regionen.“
Die Sonderauswertung des WKÖ-Wirtschaftsbarometers Winter 2025
unter 300 Unternehmen aus der Tourismus- und Freizeitwirtschaft
zeigt: Der Investitionsausblick in der Branche bleibt in den
kommenden 12 Monaten abwartend, die Beschäftigungserwartungen sind
überwiegend stabil. 17 % erwarten ein steigendes Investitionsvolumen,
ein Drittel (34 %) geht von einem gleichbleibenden Niveau aus. Knapp
die Hälfte prognostiziert ein sinkendes Investitionsvolumen. In der
Gastronomie erwartet fast ein Drittel der Betriebe ein steigendes
Investitionsvolumen; in der Hotellerie sind es 9 %; bei Freizeit- und
Sportbetrieben 3 %.
Ersatzinvestitionen dominieren: Für die nächsten 12 Monate gibt
die Hälfte der Betriebe an, Investitionen aufgrund von Ersatzbedarf
zu tätigen (50 %). Neuinvestitionen werden von rund 30 % der Betriebe
geplant. Die Unternehmen begründen dies hauptsächlich mit
Digitalisierung (61 %), Innovation (51 %) sowie Ökologie und
Nachhaltigkeit (49 %). Gegen Neuinvestitionen sprechen aus Sicht der
Betriebe vor allem die allgemeine Unsicherheit (54 %) und
Finanzierungsbedingungen (44 %) sowie der Mangel an qualifizierten
Arbeitskräften (31 %).
Jedes vierte Unternehmen (25 %) plant in den kommenden 12 Monaten
keine Investitionen. Diese Zurückhaltung lässt sich in erster Linie
durch die ausgeprägte Unsicherheit sowie den eingeschränkten
finanziellen Spielraum der Unternehmen infolge der hohen
Kostenbelastungen erklären.
„Mit der OeHT haben unsere Tourismusbetriebe einen starken,
kompetenten Partner an ihrer Seite, der über ausreichende
Fördermittel für Investitionsanreize zur Sicherung der
Wettbewerbsfähigkeit verfügt und damit die wirtschaftliche Zukunft
unserer Regionen absichert“, so Kraus-Winkler. Zur Absicherung dessen
fordert die Bundesspartenobfrau Unterstützung von der Politik mit
gezielten Maßnahmen zur Stärkung der gewerblichen Tourismusförderung
über die OeHT, die das Budget nicht belasten, sondern im Gegenteil,
über die Belebung des Tourismus, Steuereinnahmen in die Staatskassen
spülen.
– Die 2025 eingeführte erhöhte Stabilitätsabgabe sieht keine Ausnahme
für geförderte Finanzierungen wie bei anderen Banken vor, die
Aufträge des Bundes abwickeln. Der daraus resultierende
Kostenauftrieb reduziert die Förderwirkung und konterkariert daher
die Ziele der Tourismusförderung. Die Bundesspartenobfrau fordert
daher einer Ausnahmeregelung für die OeHT entweder im
Stabilitätsabgabegesetz oder im KMU-Fördergesetz.
– Die OeHT ist als einzige Förderbank in Österreich und der EU nicht
von den überbordenden Regulativen der Eigenkapitalrichtlinie (CRD)
ausgenommen. Dies führt laut Bundesspartenobfrau dazu, dass die OeHT
bei EU-Verordnungen mit bürokratischen Auflagen gleich belastet wird
wie reine Kommerzbanken. Die OeHT muss daher rasch auf die Liste
ausgenommener Institute gesetzt werden.
– Zurzeit ist es nicht mehr möglich OeHT-Eigenkredite an
Tourismusbetriebe mit Bundeshaftungen zu besichern. Hier wäre es
notwendig, die Einsatzmöglichkeiten des Haftungsrahmens auszuweiten
und so die Tourismusförderung in Österreich budgetneutral zu
skalieren. Der Haftungsrahmen, betont Kraus-Winkler, könnte dabei
direkt für Tourismus-KMUs zur Sicherstellung von OeHT-Eigenkrediten
zum Einsatz kommen oder als Sicherheit für Kommerzbanken für
langfristige (15 Jahre) Refinanzierungen für die OeHT verwendet
werden, die damit wiederum langfristige Kredite an KMUs im Tourismus
vergeben könnte.
Die gewerbliche Tourismusförderung des Bundes wird im Auftrag des
Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) von
der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank Gesellschaft m.b.H. (
OeHT) abgewickelt und richtet sich an KMUs der Tourismus- und
Freizeitwirtschaft. „Mit 337 Förderbewilligungen 2025 und einem
ausgelösten Fördervolumen von insgesamt 539 Mio. Euro zeigt sich
einmal mehr die hohe Investitionsbereitschaft der Branche –
vorausgesetzt, es stehen attraktive und unbürokratische Finanzierungs
– und Förderinstrumente zur Verfügung“, so Kraus-Winkler
abschließend. (PWK035/EL)