Wien (OTS) – Zum internationalen Tag gegen weibliche
Genitalverstümmelung (FGM/C)
am 6. Februar macht FEM Süd gemeinsam mit der Österreichischen
Koordinationsstelle gegen FGM/C auf die Situation von 11.000
betroffenen Frauen in Österreich und etwa 1.700 bis 3.000 gefährdeten
Mädchen aufmerksam.
Zwtl.: FGM/C Koordinationsstelle Österreich präsentiert neuen
Leitfaden für Fachkräfte
Mit dem neuen Handlungsleitfaden „Weibliche Genitalverstümmelung
(FGM/C) erkennen – handeln – verhindern“ liegt nun ein
praxisorientiertes Instrument vor, das Fachkräfte aus Gesundheit,
Sozialarbeit, Bildung und Justiz umfassend informiert. Der Leitfaden
bündelt kompakt Wissen zu Formen von FGM/C, den gesundheitlichen und
psychosozialen Folgen, rechtlichen Grundlagen in Österreich sowie
konkreten Handlungsschritten bei Verdacht oder in der Beratung von
Betroffenen. Ziel ist es, betroffene Frauen bestmöglich zu
unterstützen und gefährdete Mädchen besser zu schützen.
„Mit diesem Leitfaden geben wir Fachkräften ein Werkzeug in die
Hand, das Sicherheit im Handeln schafft und gleichzeitig die Würde
und Stärkung von Mädchen und Frauen in den Mittelpunkt stellt“,
betont Hilde Wolf, Leiterin der FGM/C Koordinationsstelle Österreich.
„Besonders wichtig ist mir, dass betroffene Frauen und ihre
Familien wissen: Sie sind nicht allein, es gibt Unterstützung für sie
– und jede Beratung ist ein Schritt hin zu mehr Schutz und
Selbstbestimmung“, sagt Umyma El Jelede, inhaltliche Projektleitung
der FGM/C Koordinationsstelle.
Der Handlungsleitfaden „FGM/C erkennen – verstehen – handeln“
steht ab sofort online über die Website der Österreichischen FGM/C
Koordinationsstelle zum Download für alle Interessierten zur
Verfügung.
Zwtl.: FGM/C Koordinationsstelle – unverzichtbare Drehscheibe im Jahr
2025
Seit Jänner 2022 ist die FGM/C Koordinationsstelle die
österreichweite Anlaufstelle für Information, Beratung, Prävention
und Schulung zu FGM/C. Im Jahr 2025 wurden rund 300 betroffene oder
bedrohte Frauen und Mädchen in mehr als 1.600 Beratungsgesprächen
begleitet, die meisten von ihnen stammen aus Ländern mit hoher FGM/C-
Prävalenz wie Somalia, Ägypten oder Äthiopien. Parallel dazu wurden
etwa 70 Männer gezielt in ihre Verantwortung als Väter oder als
Partner einbezogen. In 45 fachspezifischen Schulungen konnten sich
fast 900 Angehörige der Gesundheits-, Sozial- und Bildungsberufe mit
dem Thema vertraut machen.
Zwtl.: Anerkennung und Dank
Die Koordinationsstelle wurde 2025 mit dem Österreichischen
Integrationspreis in der Kategorie „Stärkung von Frauen“
ausgezeichnet und wirkt im Nationalen Aktionsplan gegen Gewalt an
Frauen mit. Hinter der Koordinationsstelle steht eine Kooperation aus
dem Frauengesundheitszentrum FEM Süd, dem Österreichischen Roten
Kreuz, dem Linzer Frauengesundheitszentrum, dem
FrauenGesundheitsZentrum Salzburg sowie dem Männergesundheitszentrum
MEN.
Die FGM/C Koordinationsstelle dankt dem Bundeskanzleramt für die
Finanzierung, durch die diese in Europa in ihrer Form einzigartige,
multidisziplinäre, niederschwellige und kultursensible Infrastruktur
erst möglich wurde – ebenso wie die Erarbeitung des neuen
Handlungsleitfadens.