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Internationaler Tag der Gehörlosen: Neue Ausbildung für ÖGS-Dolmetscher:innen in Wien

Wien (OTS) – Am 27. September wird heuer der „Internationale Tag der
Gehörlosen“
begangen. Dieser Aktionstag, der jährlich am letzten Sonntag im
September stattfindet, macht auf die Lebenssituation und die Rechte
gehörloser Menschen aufmerksam und rückt ihre gleichberechtigte
gesellschaftliche Teilhabe in den Mittelpunkt. Der Tag der Gehörlosen
ist gleichzeitig auch der Abschluss der „Internationalen Woche der
Gehörlosen“.

In Österreich ist die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) seit
2005 als eigenständige Sprache in der Bundesverfassung verankert. Mit
1. Oktober startet im Bildungszentrum des Fonds Soziales Wien (FSW)
ein neuer berufsbegleitender Lehrgang zur Ausbildung im Dolmetschen
für Deutsch und Österreichische Gebärdensprache. Der erste Lehrgang
ist mit 16 Teilnehmenden vollständig ausgelastet. Das
Sozialministerium unterstützt die Ausbildung im Rahmen des
Unterstützungsfonds für Menschen mit Behinderungen.

„Gebärdensprache bedeutet Kommunikation, Selbstbestimmung und
gesellschaftliche Teilhabe. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen,
die auf Gebärdensprache angewiesen sind, Zugang zu qualifizierter
Dolmetschung haben. Mit der neuen Ausbildung in Wien schaffen wir
dafür ganz konkret zusätzliche Möglichkeiten. Gleichzeitig müssen wir
weiter daran arbeiten, Barrieren abzubauen und Teilhabe
selbstverständlich zu machen“, betont Gesundheits- und
Sozialministerin Korinna Schumann.

Der Bedarf an qualifizierten ÖGS-Dolmetscher:innen ist in der
gesamten Ostregion, insbesondere in Wien, groß. Gleichzeitig gibt es
derzeit in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland kein
entsprechendes Ausbildungsangebot.

„In einer inklusiven Stadt sollen alle Menschen gleichberechtigt
am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Wien ist auf einem sehr
guten Weg. Unsere Maßnahmen für eine barrierefreie Stadt wurden auch
bereits mit dem EU-weiten Access City Award ausgezeichnet. Die neue
Ausbildung des FSW Bildungszentrums ist dabei ein weiterer, wichtiger
Schritt für mehr Teilhabe in Wien“, sagt Peter Hacker, Stadtrat für
Soziales, Gesundheit und Sport.

Insgesamt sind zwei aufeinanderfolgende berufsbegleitende
Lehrgänge mit jeweils 16 Teilnehmenden und einer Dauer von vier
Semestern vorgesehen.

„All unsere Angebote für Menschen mit Behinderung verfolgen das
Ziel, Inklusion und Selbstbestimmung zu fördern. Mit dem neuen
Lehrgang am FSW Bildungszentrum schließen wir eine wichtige Lücke im
Ausbildungsangebot und stärken die gesellschaftliche Teilhabe. Die
hohe Nachfrage unterstreicht den Bedarf an einer fundierten,
berufsbegleitenden Ausbildung für Menschen mit ÖGS-Vorkenntnissen“,
sagt Susanne Winkler, Geschäftsführerin des FSW.

Zur Qualitätssicherung wurde im Zusammenhang mit der Ausbildung
ein Advisory Board eingerichtet, in dem Expert aus dem Bereich der
Gebärdensprache vertreten sind. Auch das Sozialministerium und das
Sozialministeriumservice sind darin eingebunden.

Für die Förderung von Projekten zur Verbesserung der
Lebenssituation gehörloser, schwer hörbehinderter und taubblinder
Menschen stehen aus dem Unterstützungsfonds für Menschen mit
Behinderungen insgesamt rund 4,5 Millionen Euro zur Verfügung.
Gefördert werden unter anderem außeruniversitäre Ausbildungen von ÖGS
-Dolmetscher:innen, Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zu
Dienstleistungen sowie Dolmetsch-Leitstellen und Projekte zur
Bewusstseinsbildung. Insgesamt wurden zwölf Förderanträge
eingereicht.

Neben dem Lehrgang in Wien werden über die Förderinitiative auch
zwei weitere außeruniversitäre Ausbildungslehrgänge in Oberösterreich
und Salzburg unterstützt. Damit soll österreichweit dazu beigetragen
werden, dem Mangel an ÖGS-Dolmetscher:innen entgegenzuwirken.