Installation: Peter Thiel

Wien (OTS) – Es gibt heutiges Wording, das bereits seit 90 Jahren
oder sogar schon
(wesentlich) länger sich als überholt erweist. Dazu gehört das
Wording von Peter Thiel , das im Rahmen der Installation mit
Kerntexten aus Jura Soyfer Werken von den 1930er Jahren konfrontiert
wird. Im Rahmen der Installation gibt es einen Link zu Zitaten und
einen zu Schriften von Peter Thiel. Im Kern geht es aber darum, dass
Peter Thiel ein Vertreter der Kultur der Verlierer ist. Einer
derjenigen, gegen die sich Dokumente wie die UN Charta, die
Gründungsakte der Europäischen Union wandten und wenden. Dokumente,
auf deren Basis Maßnahmen gesetzt werden sollten, die weitere Kriege
verhindern, die von Europa ausgehen – wie der 1. und der 2. Weltkrieg
(Heinrich Mann: die großen Kriege der Weißen Männer). Und wieder sind
es Krieger und nun auch Kriegerinnen in Europa und weltweit, die auf
einen (3., nuklearen) Weltkrieg zusteuern . Erfreulich, dass nicht
Deutschland, das wieder die stärkste Militärmacht in Westeuropa
werden möchte, den Sitz im Weltsicherheitsrat erhielt, sondern ein
Österreich, das Werbung für sich als neutralem Staat gemacht hatte. (
Immerhin gehören 121 von 193 UN Staaten dem Non-Aligment Movement (
NAM) an.) Entgegen der Erkenntnisse der UN versuchen Deutschland,
Japan die Ergebnisse des 2. Weltkrieges zu revidieren. Und dem ist
mit Zitaten, Framing etc. nicht beizukommen, wie Jura Soyfer bereits
in seinem Stück Astoria (1937) zeigte . Der Enthüller der Lügen wird
im Stück vielmehr ausgelacht, wie dies nun öffentlich in den USA und
anderen Ländern wiederum auf der Basis der Fake News geschieht. Im
Stück Der Weltuntergang zeigt Soyfer 1936, warum Hitler einen
kommenden Krieg verlieren muss . So wie auch die Hegemonie der
Milliardäre nun ein Ende findet. In beiden Fällen geht es um (
rassistische) Überheblichkeit, die in ihrer Welt gefangen ist.
Antipluralismus in der Wissenschaft, eine gekaufte Öffentlichkeit
unterstützen den Verfall. Die gescheiterten Ordnungsvorstellungen (
Das eherne Zeitalter ) kehren in neuem Wording ( Das goldene
Zeitalter ) zurück. Ökonomische Unfähigkeiten ( Donald Trump ) werden
durch Vergessen ermöglicht. Hier helfen keine Themenkonfrontationen.
Es bedarf eines neuen Umgangs mit Gewaltphantasien, die auf
Unfähigkeiten basieren. Ein neuer Umgang, wie er von Soyfer in den
1930er Jahren bereits entworfen wurde und zum Teil auch seinen Weg
auf große Bühnen fand im Rahmen von Öffentlichkeitsprojekten in über
50 Sprachen . Freilich gehört auch zu Österreich, dass am Tag nach
der Wahl in den Sicherheitsrat der UNO auf Basis der Präsentation von
Österreich als neutralem Land der österreichische Innenminister
Karner die EU aufforderte, ukrainische Männer an die Front zu
schicken. Ein klarer Bruch mit der österreichischen Neutralität im
militärischen Sinne. Karner ein Mann, der offenbar aus der Geschichte
der Niederlage des Austrofaschismus, des Deutschismus nichts gelernt
hat (siehe den Konflikt um das Dollfuß Museum ). Auf uns kommt’s an!
, heißt es dagegen am Ende des Soyferschen Stückes “Der Lechner Edi”.
Auf uns Menschen, die KriegerInnen immer wieder historische
Niederlagen zufügten.