Ins Wasser gefallen: Verregnete Saison belastet NÖ Bäder

St. Pölten (OTS) – Ein Rückgang bei Besuchern und Umsatz von
durchschnittlich 20
Prozent. Die rund 140 NÖ Bäderbetriebe ziehen eine nüchterne Bilanz.
Maßnahmen gegen Kostendruck und Personalengpässe dringend notwendig.
Großteil der Betriebe schließt mit Schulbeginn.

„Der Saisonstart war noch zufriedenstellend, doch das verregnete
Wetter im Mai und Juli hat die Besucherzahlen stark einbrechen
lassen“, berichtet Harald Gölles, Sprecher der Bäderbetriebe in der
Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ). In einigen Bädern sank die Zahl der
Gäste um bis zu 44 Prozent, im Durchschnitt liegt der Rückgang bei
rund 20 Prozent. „Die Saison war durchwachsen, es gab ein monatliches
Auf und Ab“, erklärt Gölles, exemplarisch anhand der Zahlen aus
Ternitz: „Ternitz etwa meldet im Mai einen Rückgang von 42 Prozent,
im Juni ein Plus von 151 und im Juli wiederum ein Minus von 56
Prozent.“ Durch Preisanpassungen zwischen fünf und 25 Prozent haben
die Betriebe versucht, die Einbußen zumindest teilweise zu
kompensieren. „Auch für die kommende Saison sind Anpassungen
notwendig, um die Ertragssituation zu stabilisieren“, erklärt Gölles
und betont: „Wir sprechen hier von Erhöhungen im Cent- bzw. niederen
Eurobereich. Unterm Strich ist und bleibt der Bäderbesuch für alle
leistbar.“ Der Großteil der Bäder schließt seine Pforten mit
Schulbeginn, in einigen Bädern dauert die Saison noch bis Mitte/Ende
September. „Hier besteht die Hoffnung, dass ein schöner Herbst die
Bilanz noch etwas auffetten kann.“

Hohe Energiekosten und Personalmangel – Kreative Konzepte zum
Erhalt der Bäder gefragt

Die NÖ Bäderbetriebe sind nicht untätig geblieben. Hohe
Energiekosten werden durch eigene Photovoltaikanlagen, bauliche
Rückbauten und Einsparungen im Saunabereich abgemildert. „Die Zahl
der Beschäftigten ist weitgehend stabil geblieben, dennoch wird es
zunehmend schwieriger, Personal zu finden, vor allem ausgebildetes
Aufsichtspersonal“, nennt Gölles die Herausforderungen und verweist
auf die Bedeutung der Bäder für die Gesellschaft. „Schwimmbäder sind
weit mehr als reine Freizeitstätten – sie erfüllen eine zentrale
Rolle in der Schwimmausbildung, der Gesundheitsförderung und der
sozialen Teilhabe. Ihr Erhalt sollte daher als öffentliche Aufgabe
verstanden werden.“ Um nachhaltige Lösungen zu entwickeln, seien
kreative Konzepte gefragt – beispielsweise interkommunale
Kooperationen, wie etwa das Regionalbad in Gänserndorf, wo die Kosten
auf mehrere Gemeinden verteilt werden, energetische Modernisierungen
oder gezielte Förderprogramme. „Die Herausforderungen sind zweifellos
groß, doch mit gemeinsamem politischem Willen und der nötigen
finanziellen Unterstützung ist der Erhalt vieler Bäder möglich – und
sinnvoll“, betont der Bädersprecher.