Wien (OTS) – Österreich soll zu den zehn wettbewerbsfähigsten
Volkswirtschaften
der Welt gehören. Dafür müssen wir unsere Forschungsstärke besser in
Innovationen, Investitionen, Produktion und Arbeitsplätze übersetzen.
„Leading Companies & Ecosystems“ ist Teil der Industriestrategie
Österreich 2035 und setzt dabei auf starke Leitbetriebe als Zugpferde
für KMU, Start-ups und Forschung.
Österreich ist bei Forschung europäische Spitze, bringt diese
Stärke aber noch zu selten in wirtschaftlichen Erfolg. Mit einer
Forschungsquote von 3,34 Prozent liegt Österreich EU-weit auf Rang 3,
beim Innovationsoutput nur auf Rang 8. Genau diese Lücke soll das
neue Programm „Leading Companies & Ecosystems“ schließen. Mit
insgesamt 60 Millionen Euro sollen drei bis vier starke Leading-
Company-Projekte samt Innovationsökosystemen ermöglicht werden.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer: „Österreich ist
Forschungs-Europameister, aber noch kein Innovations-Europameister.
Unser Anspruch ist, von den Besten zu lernen und aus hervorragender
Forschung mehr Produkte, mehr private Investitionen und mehr
Wertschöpfung in Österreich zu machen. Dafür setzen wir auf starke
Leitbetriebe, die KMU, Start-ups und Forschung mitziehen. Gerade im
Wettbewerb mit den USA und Asien müssen wir Zukunftstechnologien
nicht nur erforschen, sondern auch in Österreich entwickeln,
produzieren und wirtschaftlich nutzen. Mit Leading Companies setzen
wir deshalb den nächsten Schritt der Industriestrategie um und
bringen Unternehmen und Forschung gezielt zusammen.“
Von Finnland lernen
Für das neue Programm hat Österreich bewusst internationale Best
Practices analysiert. Vorbild ist Finnland, das sein Leading-
Companies-Modell bereits 2020 gestartet hat. Ziel war dort, mit einem
Euro Förderung 3,9 Euro an F&E-Investitionen auszulösen. Bei den
ersten bis 2024 abgeschlossenen Projekten lag der Hebel sogar bei 6,6
Euro pro Fördereuro. Insgesamt haben sich die teilnehmenden
Unternehmen zu 2,48 Milliarden Euro zusätzlichen
Forschungsinvestitionen verpflichtet.
„Wir müssen nicht alles neu erfinden. Gute Standortpolitik heißt
auch, über den Tellerrand zu schauen und von den Besten zu lernen.
Finnland zeigt, dass gezielte öffentliche Förderung ein Vielfaches an
privaten Investitionen mobilisieren kann. Genau diesen Zugang
verfolgen wir auch in Österreich: weniger Gießkanne, mehr Fokus und
maximale Wirkung bei öffentlichen Förderungen und dem Einsatz von
Steuergeld. Bei einer vergleichbaren Hebelwirkung könnten aus unseren
60 Millionen Euro bis zu 400 Millionen Euro an F&E-Investitionen
entstehen“ , so Hattmannsdorfer.
Leitbetriebe als Zugpferde
Das Prinzip ist einfach: Ein technologisch führendes Unternehmen
entwickelt gemeinsam mit KMU, Start-ups und Forschungseinrichtungen
eine mehrjährige F&E-Roadmap für eine Schlüsseltechnologie. Die
Leading Company bringt Investitionskraft, internationale Märkte und
die Möglichkeit zur industriellen Umsetzung ein, die Partner
Spezialwissen, neue Technologien und wissenschaftliche Kompetenz.
In einer ersten Phase werden diese Roadmaps entwickelt. Aus den
überzeugendsten Konzepten sollen anschließend drei bis vier große
Innovationsökosysteme entstehen. Dafür stehen insgesamt 60 Millionen
Euro zur Verfügung. Mit bis zu 20 Millionen Euro pro Projekt ist
Leading Companies auf nationaler Ebene die größte
Einzelprojektförderung im F&E-Bereich des Wirtschaftsministeriums.
Ein wesentlicher Teil der Mittel ist ausdrücklich für Projekte von
KMU, Start-ups und Forschungseinrichtungen vorgesehen.
FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth : „Mit Leading Companies
fördern wir nicht nur einzelne Forschungsprojekte oder
Forschungsinseln. Wir bringen starke Unternehmen, KMU, Start-ups und
Forschungseinrichtungen entlang einer gemeinsamen technologischen
Roadmap zusammen und bauen so langfristige Innovationsökosysteme auf.
Damit wollen wir Forschung schneller in industrielle Wertschöpfung
übersetzen und zusätzliches privates Kapital für Forschung und
Entwicklung in Österreich mobilisieren. Finnland zeigt, welches
Potenzial in diesem Modell steckt.“
Leading Companies ist Teil der Schlüsseltechnologie-Offensive der
Industriestrategie Österreich 2035. Bereits 43 der insgesamt 117
Maßnahmen der Industriestrategie sind umgesetzt oder befinden sich in
Umsetzung – das entspricht 35 Prozent. Nach „Made in Europe“ und der
mit 18 Millionen Euro dotierten Förderung für Pilot- und
Demonstrationsanlagen folgt damit der nächste zentrale
Umsetzungsschritt.
Die Roadmapping-Phase startet am 2. September 2026 ,
Einreichungen sind bis 30. November 2026, 12:00 Uhr möglich.