Wien (OTS) – Die aktuellen Arbeitsmarktdaten unterstreichen die
anhaltenden
Herausforderungen am österreichischen Arbeitsmarkt. Im Juni waren
368.948 Personen arbeitslos oder in Schulung, das sind 4.529 mehr als
im Vorjahr bzw. ein Plus von 1,2 Prozent. In der Herstellung von
Waren betrug der Anstieg 1,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg auf
6,9 Prozent.
Die anhaltend schwierige Arbeitsmarktlage ist ein deutliches
Warnsignal für den Standort Österreich. Eine seit 39 Monaten
steigende Arbeitslosigkeit sowie der Rückfall Österreichs im
internationalen IMD World Competitiveness Ranking 2026 von Platz 26
auf Platz 29 zeigen, dass es nun entschlossene Reformen statt
Verzögerungen braucht. „Die Bundesregierung muss nach dem
Doppelbudget rasch weitere Schritte zur Entlastung von Betrieben,
Beschäftigung und Investitionen setzen. Österreich braucht einen
klaren Reformkurs: weniger Bürokratie, eine Entlastung des Faktors
Arbeit sowie strukturelle Reformen in Verwaltung, Pensionen und
Arbeitsmarkt. Andere Länder zeigen, dass auch schwierige Reformfragen
– etwa die in Deutschland diskutierten Vorschläge der
Rentenkommission – lösungsorientiert bearbeitet werden können“,
erklärt Christoph Neumayer, Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV), angesichts der heutigen
Arbeitsmarktzahlen.
Neben nationalen Reformen braucht es aus Sicht der Industrie auch
eine aktive österreichische Rolle bei europäischen Initiativen zur
Stärkung des Arbeits- und Binnenmarkts. Dazu zählen insbesondere die
E-Declaration, der EU Talent Pool, der EU- Sozialversicherungspass
sowie die Reform der Koordinierung der Systeme der sozialen
Sicherheit. Laut Europäischer Kommission sind rund fünf Millionen
Arbeitnehmer jährlich grenzüberschreitend tätig. „Die Industrie
fordert ein klares Bekenntnis Österreichs zu praxistauglichen,
europäischen Vereinfachungen. Wer Bürokratie abbauen, Mobilität
erleichtern und den Standort stärken will, muss Initiativen wie die E
-Declaration, den EU-Sozialversicherungspass und den EU Talent Pool
konstruktiv unterstützen. Entscheidend ist nun, dass sie nicht durch
nationale Blockadehaltungen verwässert oder verzögert werden.
Österreich braucht Reformtempo – national wie europäisch. Nur so
können Arbeitsplätze gesichert, Betriebe entlastet und der Standort
wieder auf Wachstumskurs gebracht werden“, so Neumayer abschließend.