Industrie zu Arbeitsmarkt: Industriestandort weiter unter Druck

Wien (OTS) – Die aktuellen Arbeitsmarktdaten verdeutlichen die
weiterhin
herausfordernde Situation am österreichischen Arbeitsmarkt. Im August
waren 375.730 Personen arbeitslos oder in Schulung, das sind 8.610
Personen mehr als im Vorjahr bzw. ein Anstieg um 2,3 Prozent. In der
Herstellung von Waren betrug der Anstieg 3,3 Prozent. Die
Arbeitslosenquote lag bei 7,2 Prozent.

„Die Industrie steht weiterhin vor herausfordernden Zeiten. Die
demografische Entwicklung mit einer sinkenden Erwerbsbevölkerung bei
gleichzeitigem Fachkräftemangel ist ein Warnsignal für den Standort,
das rasches Gegensteuern und weitere Reformschritte zur Förderung von
Beschäftigung erfordert. Insofern ist positiv hervorzuheben, dass
auch die Arbeitsministerin in den arbeitsmarktpolitischen
Zielvorgaben die Herausforderungen der demografischen Entwicklung
anerkennt und auf die Fachkräftelücke im mittleren
Qualifikationssegment von rund 51.000 Personen hinweist. Es ist
notwendig, dass die Bundesregierung Maßnahmen setzt, um alle
Potenziale am Arbeitsmarkt zu heben und das Gesamtarbeitsvolumen zu
erhöhen. Ebenso ist eine ziel- und bedarfsgerechte sowie
arbeitsplatznahe Qualifizierung ein wichtiger Faktor, um dem Arbeits-
und Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Die zentrale Aufgabe und damit
oberste Priorität des AMS muss jedoch weiterhin die möglichst rasche
Vermittlung arbeitsloser Menschen in den ersten Arbeitsmarkt sein,
was sich in den neuen arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben jedoch nur
unzureichend widerspiegelt. Die Industrie hat sich wiederholt dafür
ausgesprochen, Beschäftigungsanreize zu stärken und Arbeit statt
Arbeitslosigkeit zu fördern. Dazu gehört auch, dass das AMS die
Annahme zumutbarer Stellen durch arbeitslose Personen sicherstellt“,
hält Neumayer angesichts der heutigen Arbeitsmarktzahlen fest.

Auch ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellen ein
wichtiges Arbeitskräftepotenzial dar. Um dieses besser zu
erschließen, braucht es stärkere Beschäftigungsanreize und eine
weitere Senkung der Lohnnebenkosten. Hier ist die Erhöhung der
Lohnnebenkosten für Ältere ab 2027 um mehr als 3 Prozent bzw. um mehr
als 5 Prozent ab 2028 mehr als kontraproduktiv. Ein Bonus-Malus-
System für ältere Beschäftigte lehnt die Industrie weiterhin klar ab.
„Ein solches System ist in der Sache nicht gerechtfertigt, da die
Arbeitslosenquote Älterer mit 7,4 Prozent nur geringfügig höher ist
als die allgemeine Arbeitslosenquote. Es wäre zweckwidrig und würde
für die Unternehmen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine
zusätzliche finanzielle und bürokratische Belastung darstellen“,
betont Neumayer.