Wien (OTS) – Die Industriellenvereinigung (IV) sieht in den aktuellen
Berechnungen
der Agenda Austria zur freiwilligen Teilzeit einen deutlichen
Handlungsauftrag an die Politik. „Wenn rund 320.000 Menschen in der
Lage wären, Vollzeit zu arbeiten, sich aber bewusst dagegen
entscheiden, weil es sich finanziell kaum lohnt, ist das ein
strukturelles Problem“, betont IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.
Das österreichische Steuersystem setzt derzeit zu geringe Anreize,
mehr Arbeitsstunden tatsächlich auch in ein deutlich höheres
Nettoeinkommen zu übersetzen.
„Negative Leistungsanreize des Steuer- und Sozialsystems müssen
abgebaut werden. Wenn immer mehr Menschen in Teilzeit arbeiten,
gleichzeitig aber Leistungen aus der Sozialversicherung im selben
Ausmaß wie Vollzeitbeschäftigte in Anspruch nehmen, wird das auf
Dauer finanziell nicht tragbar sein“, so Neumayer. Zudem braucht es
einen Ausbau flächendeckender Kinderbetreuung, damit auch Frauen ihr
Arbeitspotenzial voll ausschöpfen können. In den letzten 30 Jahren
ist die Zahl der Beschäftigten um über ein Drittel gestiegen,
parallel ist die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je
Beschäftigungsverhältnis signifikant gesunken – bei gleichzeitig
stark wachsender Teilzeitquote. „Wir können es uns nicht leisten,
dass Arbeitskraft brachliegt. Das bringt den Wirtschaftsstandort und
letztlich unseren Wohlstand weiter unter Druck“, so Neumayer
abschließend.