Wien (OTS) – Unterschiedliche Klimazonen, Hygienestandards und
Krankheitserreger:
Damit sind Reisende bei Fernreisen oft konfrontiert. Eine gute
Vorbereitung kann da helfen. Allerdings können selbst bei
sorgfältigster Internetrecherche wichtige Informationen fehlen und
die Einschätzung der medizinischen Herausforderungen vor Ort
erschweren. Wo letztes Jahr mückenübertragene Erkrankungen vielleicht
noch kein Thema waren, könnte heuer schon ein Ausbruch stattgefunden
haben. All das wissen Reisemediziner:innen und beraten
dementsprechend aktuell und individuell. Eine Beratung einige Wochen
vor der Reise lohnt sich immer.
Zwtl.: Was Reisemediziner:innen machen
Im Internet recherchieren ist einfach. Die Ergebnisse sagen meist
aber nichts über das individuelle Gesundheitsrisiko für eine Person
in einer bestimmten Region aus. Reisemediziner:innen bringen daher
die Anamnese inklusive Vorerkrankungen, Dauermedikation, Allergien,
Impfstatus etc. in Einklang mit der Destination, der Reisezeit und
den dort geplanten Aktivitäten. „ Ein Backpacker, der entlegene
Gebiete in Südamerika bereist, hat ein anderes Risiko als eine
Pauschalreisende, die ausschließlich im Hotel übernachtet und sich
nicht ins Hinterland begibt “, erläutert Dr. Erich Pawelka, Oberarzt
an der Klinik Favoriten und Spezialist für Reisemedizin. „ Und
jemand, der bestimmte Medikamente wie u. a. gegen Rheuma bekommt,
darf beispielsweise keine Lebendimpfstoffe erhalten, und muss sich
daher anders schützen. “
Zwtl.: Aktuelle Ausbruchssituationen kennen
Außerdem wissen reisemedizinische Zentren ganz genau, wo es
gerade Ausbrüche bestimmter Erreger gibt. Aktuell lässt sich dies
sehr gut an den mückenübertragenen Viren Dengue und Chikungunya
veranschaulichen. Die asiatische Tigermücke ist mittlerweile ja sogar
in Europa angekommen.
Bereits seit 2024 wurden weltweit enorm hohe Zahlen an
Erkrankungsfällen berichtet. Ein Trend, der nicht abzureißen scheint.
Allein heuer für Südamerika hat die Pan American Health Organization
bereits 422.000 vermutete und 87.000 bestätigte Dengue-Fälle sowie 60
Todesfälle registriert. [1]
Während die meisten Südamerika automatisch mit tropischen
Krankheiten in Verbindung bringen, ist das bei manch anderen
betroffenen Ländern nicht automatisch der Fall. Wer denkt z. B. bei
den Malediven an Dengue-Fieber? Typisch für diese Krankheit ist die
sogenannte Dengue-Trias: Fieber, Ausschlag sowie Kopf-, Muskel-,
Glieder-, Knochen- oder Gelenkschmerzen. Selten, aber doch kann es zu
einem schweren Verlauf mit inneren Blutungen und Schock kommen. [2]
Zwtl.: Chikungunya bereits in Europa angekommen
Chikungunya breitet sich ebenfalls aus. 2026 wurden in Südamerika
bereits 47.000 Fälle vermutet, ein guter Teil davon bereits
bestätigt. [3] Auch in diesem Fall ist die Verbreitung nicht auf
Südamerika begrenzt. Indien gehört ebenfalls zu den Ländern mit
vergleichsweise hohen Fallzahlen. [4] Europa kommt allerdings auch
nicht mehr ungeschoren davon. In Frankreich erkrankten 2025 788
Personen an Chikungunya-Fieber, in Italien 384. [5] Eine kürzlich
publizierte Studie zeigt, dass eine Übertragung des Erregers bei
tieferen Temperaturen leichter möglich ist, als bisher bekannt war.
Damit dürften die Fallzahlen in Europa zukünftig weiter steigen [6]
und bei den Betroffenen zum Teil starke und anhaltende
Gelenksbeschwerden verursachen.
Glücklicherweise hierzulande nicht geplagt werden wir von der
Japanischen Enzephalitis, einer Infektionskrankheit, die mit unserer
FSME* verwandt ist. Dass sie – trotz des Namens – sogar in Australien
vorkommen kann, haben wohl auch nur die wenigsten auf dem Schirm.
Zwtl.: Vorschriften für Pilgerreisen und Gelbfieber
Manchmal geht es bei der medizinischen Vorbereitung auf eine
Reise nicht nur um aktuelle Ausbruchssituationen, sondern auch um
Vorschriften. Wer an der traditionelle Pilgerreise nach Mekka, dem
Hadsch, teilnehmen möchte, muss z. B. gegen Meningokokken-Meningitis
(ACWY) geimpft sein. Wer dorthin über ein sogenanntes Gelbfieber-Land
reist, muss sogar eine Gelbfieberimpfung nachweisen.
Zwtl.: Österreichische Standardimpfungen als Grundvoraussetzung
Wer reist, denkt meistens vor allem an die oben beschriebenen
Krankheiten oder an Malaria. Malariaprophylaxe – ja oder nein, Schutz
durch Kleidung und/oder Mückensprays ausreichend, Auffrischung der
Tollwutimpfung nötig: All das sind Fragen, die Reisemediziner:innen
punktgenau beantworten könnten. Doch nicht nur diese. „ Es ist
mindestens so wichtig, zusätzlich jene Impfungen auf dem aktuellen
Stand zu halten, die im Österreichischen Impfplan vorgeschrieben sind
“, betont Pawelka. „ Oft liegt die eine oder andere Impfung schon
länger zurück, als sie sollte. Zum Beispiel ist die
Kombinationsimpfung aus Diphtherie/Tetanus/Keuchhusten und eventuell
Polio heute bei vielen nicht mehr aktuell, seit sie alle fünf statt
alle zehn Jahre empfohlen wird. Natürlich überprüfen wir im Rahmen
unserer reisemedizinischen Beratung diesbezüglich und frischen
gegebenenfalls auf. “ Das betreffe selbstverständlich auch FSME, die
einen ja nicht nur in Österreich, das generell als Endemiegebiet
gilt, sondern auch in vielen anderen Ländern treffen kann.
* Frühsommer-Meningoenzephalitis
Impfempfehlungen sind im Österreichischen Impfplan nachzulesen,
Impfberatung bieten Ärzt:innen und Apotheker:innen im
österreichischen Gesundheitswesen.
1. https://www.paho.org/en/arbo-portal/dengue-data-and-analysis ,
zuletzt abgerufen am 20.3.2026.
2.
https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Gesundheit/Uebertragbare-
Krankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/Dengue-Fieber.html , zuletzt
abgerufen am 18. Februar 2026.
3. https://www.paho.org/en/arbo-portal/chikungunya-data-and-analysis
, zuletzt abgerufen am 20. März 2026.
4. https://www.ecdc.europa.eu/en/chikungunya-monthly , zuletzt
abgerufen am 18. Februar 2026.
5. https://www.ecdc.europa.eu/en/chikungunya-virus-
disease/surveillance-and-updates/seasonal-surveillance , zuletzt
abgerufen am 18. Februar 2026.
6. Tegar S. et. al; Temperature-sensitive incubation,
transmissibility and risk of Aedes albopictus-borne chikungunya virus
in Europe. J R Soc Interface 1 February 2026; 23 (235): 20250707.