Wien (OTS) – Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ)
äußert
angesichts aktueller politischer Debatten zu Integrationsfragen sowie
des beschlossenen Kopftuchverbots für Schülerinnen bis zum 14.
Lebensjahr Besorgnis über Tonfall und Wirkung der öffentlichen
Kommunikation von höchsten politischen VerantwortungsträgerInnen.
Studien, politische Stellungnahmen und mediale Zuspitzungen gehen
derzeit mit einer spürbaren Zunahme feindlicher Rhetorik, Drohungen
und Angriffen auf religiöse Einrichtungen einher. Auch die Ergebnisse
des Integrationsbarometers zeigen, dass MuslimInnen in Teilen der
Bevölkerung zunehmend negativ wahrgenommen werden.
Diese Wahrnehmungen sind ernst zu nehmen, dürfen jedoch nicht
pauschalisiert oder politisch instrumentalisiert werden.
„Integration braucht Differenzierung und Verantwortung. Wer
Stimmungsbilder zur Grundlage pauschaler Urteile über ganze
Bevölkerungs- oder Religionsgruppen macht, gefährdet den
gesellschaftlichen Zusammenhalt und untergräbt das Vertrauen in
demokratische Institutionen“, betont IGGÖ-Präsident Ümit Vural.
Der Integrationsbarometer bildet subjektive Einstellungen und
Wahrnehmungen ab, nicht jedoch objektive Integrationsleistungen oder
das tatsächliche Zusammenleben im Alltag. Undifferenzierte
Schlussfolgerungen aus solchen Daten bergen die Gefahr der
Stigmatisierung ganzer Bevölkerungs- und Religionsgruppen. Dies wirkt
sich negativ auf das Sicherheitsgefühl, das Vertrauen in staatliche
Institutionen sowie auf die gesellschaftliche Teilhabe vieler
Betroffener aus und kann ein Klima begünstigen, in dem Ausgrenzung,
antimuslimischer Hass und Gewaltbereitschaft zunehmen.
MuslimInnen sind ein selbstverständlicher Teil der
österreichischen Gesellschaft und leisten täglich wertvolle Beiträge
in allen Bereichen des öffentlichen Lebens.
Die IGGÖ appelliert daher an politische
VerantwortungsträgerInnen, eine sachliche, differenzierte und faire
politische Kommunikation zu pflegen und Grund- sowie Menschenrechte
und die Religionsfreiheit konsequent zu achten.
Ein respektvoller und konstruktiver Dialog ist Voraussetzung für
nachhaltige Lösungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die
Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich steht hierfür jederzeit
zur Verfügung.