Wien (OTS) – Auf Einladung von Bundesministerin für Frauen,
Wissenschaft und
Forschung Eva-Maria Holzleitner und Sport-Staatssekretärin Michaela
Schmidt kamen heute Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und
Vertreter aus Kunst, Kultur und Sport zu einem Round Table zum Thema
„Machtmissbrauch in Kunst, Kultur und Sport“ zusammen. Im Mittelpunkt
stand die Frage, welche Strukturen Machtmissbrauch ermöglichen und
welche ihn verhindern.
„Machtmissbrauch wird zu oft als Einzelfall abgetan. Dabei geht
das Problem viel tiefer. Wo es um Karrieren, Förderungen, Rollen oder
Plätze im Kader geht, ist die Angst oft groß, ‚Nein‘ zu sagen.
Machtmissbrauch beginnt nicht erst dort, wo eine strafrechtliche
Grenze überschritten wird, sondern bei Demütigung, Einschüchterung
oder sexualisierten Kommentaren“, betont Bundesministerin
Holzleitner.
Prävention, klare Regeln, geschulte Verantwortliche und
unabhängige Anlaufstellen seien entscheidend, aber könnten nur ein
erster Schritt sein. „Es reicht nicht, dass Betroffene im Ernstfall
wissen, wohin sie sich wenden können. Unser Ziel muss sein, dass
Machtmissbrauch gar nicht erst zur Normalität werden kann. Es geht
dabei auch um Verantwortung, wenn öffentliche Gelder bezogen werden.
Gerade in Kunst, Kultur und Sport ist Zusammenarbeit nichts
Abstraktes, deshalb muss gerade bei engem Kontakt Sicherheit
selbstverständlich sein“, so Holzleitner.
Mit 100% SPORT und vera* waren zwei zentrale Perspektiven am
Tisch vertreten: jene der Prävention und der Strukturen ebenso wie
jene der Betroffenen. Im Bereich Kunst und Kultur wurden bereits im
vergangenen Jahr öffentliche Förderungen an Bedingungen geknüpft.
Dabei wurden beispielsweise Schutzkonzepte und Whistleblower-
Anlaufstellen verankert.
Im Sport wurde heuer zudem der Prozess zur Erarbeitung eines
Österreichischen Safe-Sport-Kodex gestartet und soll noch heuer
abgeschlossen werden – ein wichtiger Schritt hin zu gemeinsamen
Standards und mehr Handlungssicherheit. Die Sport-Staatssekretärin
unterstreicht damit den Zugang, dass die Bekämpfung von Gewalt und
Machtmissbrauch in allen Bereichen ein zentraler Schwerpunkt dieser
Bundesregierung ist.
„Im Sport braucht es klare Regeln und Strukturen, die Menschen
schützen. Mit dem österreichischen Safe-Sport-Kodex erarbeiten wir
gemeinsam mit 100% Sport, Sport Austria und dem organisierten Sport
verbindliche Standards: Was ist in Ordnung, wo werden Grenzen
überschritten und welches Verhalten wird nicht akzeptiert? Damit
schaffen wir mehr Handlungssicherheit für Vereine und Verbände und
stärken den Schutz von Athletinnen und Athleten“, so Sport-
Staatssekretärin Schmidt.
„Schutz darf nicht davon abhängen, ob eine einzelne Organisation
besonders engagiert ist. Er muss strukturell verankert und für alle
verfügbar sein“, schließen Holzleitner und Schmidt.