Krems (OTS) – Zum dritten Mal haben das Zentrum für
Hochschulgovernance und
Transformation der Universität für Weiterbildung Krems und das
Zentrum für österreichisches und europäisches Hochschulrecht sowie
Hochschulgovernance (ZHR) der Universität Graz zu den
Hochschulgesprächen geladen. Am 9. September 2026 diskutierten im
Kloster Und in Krems Fachleute aus Wissenschaft, Hochschulmanagement
und Hochschulpolitik unter dem Titel „Governance in Zeiten des
Unplanbaren“, wie Hochschulen handlungsfähig bleiben, wenn Planung an
ihre Grenzen stößt.
Bundesministerin Eva-Maria Holzleitner stellte im Abschlusspanel
die Frage, ob der Wettbewerb um Ressourcen, Reputation und die besten
Köpfe als Steuerungslogik für die entstehende Hochschulstrategie 2040
noch ausreicht. Dem Bild vom „Survival of the Fittest“ stellte sie
jenes des Ökosystems gegenüber, in dem sich Einheiten spezialisieren
und Wissen austauschen. „Die Hochschule der Zukunft ist nicht jene,
die alles selbst am besten kann, sondern jene, die weiß, wo ihre
besondere Stärke liegt, und die gerade deshalb bestmöglich mit
anderen zusammenarbeiten kann“, so die Bundesministerin.
Rektorin Viktoria Weber setzte bei der Unterscheidung von Planung
und Gestaltung an: Wer nur abarbeite, verliere Ermessensspielräume
und mit ihnen Energie und Motivation. Universitäten könnten von
Berufs wegen gut mit Ungewissheit umgehen, wendeten diese Fähigkeit
aber zu selten auf die eigene Steuerung an. „Ungewissheit auszuhalten
ist keine Schwäche, sondern eine strategische Kernkompetenz in der
Wissenschaft“, sagte Weber. Christine Böckelmann, Direktorin der
Hochschule Luzern – Wirtschaft, forderte, festgezurrte Strukturen
aufzuweichen und eine Kultur psychologischer Sicherheit zu schaffen,
in der auch unfertige Ideen gehört werden.
Zufall, Leadership und Internationalität
Zuvor hatten drei Panels das Thema aus unterschiedlichen
Richtungen erschlossen: Christian Busch (University of Southern
California), Peter Riedler (Universität Graz) und Carsten Q.
Schneider (Central European University) diskutierten den Zufall als
Gestaltungsraum, Thomas Estermann (European University Association)
und Frank Ziegele (CHE) das Leadership in Zeiten ohne Wachstum, Julia
Vögele (Management Center Innsbruck), Hannes Raffaseder (Hochschule
St. Pölten) und Georg Schulz (Kunstuniversität Graz) das Verhältnis
von Regionalität und Internationalität.
Die Ergebnisse fließen in die Publikationsreihe „Kremser Thesen“
ein, die heuer noch erweitert wird und zu der erstmals auch das
Publikum bis Ende September eigene Thesen beisteuern kann. Attila
Pausits, Leiter des Zentrums für Hochschulgovernance und
Transformation, und Klaus Poier vom Zentrum für österreichisches und
europäisches Hochschulrecht sowie Hochschulgovernance der Universität
Graz bedankten sich zum Abschluss für die zahlreichen Beiträge und
Dialoge des Tages und kündigten die nächsten Hochschulgespräche für
den 8. September 2027 in Graz an.
Zu den Hochschulgesprächen
Die Hochschulgespräche sind ein gemeinsames Forum des Zentrums
für Hochschulgovernance und Transformation der Universität für
Weiterbildung Krems und des Zentrums für österreichisches und
europäisches Hochschulrecht sowie Hochschulgovernance (ZHR) der
Universität Graz. Sie fanden 2026 zum dritten Mal statt, in
Kooperation mit dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und
Forschung, der Österreichischen Universitätenkonferenz (uniko), der
Österreichischen Fachhochschulkonferenz (FHK) und dem Land
Niederösterreich.
Eine ausführliche Nachlese zu den Hochschulgesprächen 2026 finden
Sie auf der Website der Universität für Weiterbildung Krems unter
https://www.donau-
uni.ac.at/de/aktuelles/news/2026/hochschulgespraeche-2026–mehr-
kooperation-und-handlungsspielraeume-fuer-das-unplanbare.html
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