Wien (OTS) – Nach neuen Hitzerekorden in Österreich rückt die Kühlung
von Gebäuden
in den Fokus. Innovative Wohnbauprojekte zeigen bereits, wie sich mit
der Speichermasse von Beton leistbar und ohne fossile Energie heizen
und kühlen lässt. Die heimischen Zement- und Betonhersteller fordern
daher, dass die thermische Bauteilaktivierung zum Standard in jedem
Neubau wird.
Der Sommer 2026 hat Österreich neue Temperaturrekorde beschert:
Am 5. August wurden laut GeoSphere Austria in Bad Deutsch-Altenburg
41,2 Grad gemessen – der höchste je in Österreich registrierte Wert,
nur einen Tag nachdem in Wien mit 41,0 Grad bereits der bisherige
Allzeitrekord von 2013 gefallen war.
Wiederkehrende Hitzewellen dieser Art stellen den Gebäudesektor
vor die Frage, wie Wohn- und Arbeitsräume auch bei Extremtemperaturen
kühl gehalten werden können – ohne den Stromverbrauch für
Klimaanlagen ungebremst in die Höhe zu treiben und mit deren Abwärme
Innenhöfe und Straßenschluchten noch weiter aufzuheizen. Die
österreichische Betonbranche verweist in diesem Zusammenhang auf eine
bereits vielfach erprobte Lösung: die thermische Bauteilaktivierung.
„ Nur der Baustoff Beton eignet sich mit seiner Speichermasse,
Gebäude ganzjährig angenehm zu temperieren. Angesichts immer
häufigerer Hitzewellen soll die thermische Bauteilaktivierung zum
Standard nicht nur bei allen neuerrichteten Wohnbauten, sondern auch
bei Schulen und Kindergärten sowie Senioren- und Pflegeheimen in
Österreich werden “, fordert Anton Glasmaier, Vorstandsvorsitzender
von Beton Dialog Österreich und Geschäftsführer des Verbands
Österreichischer Betonfertigteilwerke.
Zwtl.: Energieeffizienz im Fokus
Der Handlungsbedarf ist groß, denn laut Oesterreichs Energie
entfallen rund 27 Prozent des gesamten österreichischen
Endenergieverbrauchs auf den Raumwärmesektor – mit einem in den
Sommermonaten rasant wachsenden zusätzlichen Kühlbedarf.
Bei der thermischen Bauteilaktivierung werden Rohrleitungen in
Betondecken oder -böden verlegt, durch die temperiertes Wasser
zirkuliert. Die hohe Speichermasse des Betons nimmt Wärme oder Kälte
auf und gibt sie zeitversetzt und gleichmäßig an den Raum ab. In
Kombination mit erneuerbaren Energiequellen wie Erdwärme, Wind oder
Sonne lässt sich damit im Winter effizient heizen und im Sommer
angenehm kühlen – lautlos, ohne Zugluft und klassische Klimaanlagen.
Aus diesem Grund ruft Beton Dialog Österreich Bauträger,
Gemeinden und Planende dazu auf, thermische Bauteilaktivierung
bereits in der Planungsphase mitzudenken, um spätere teure
Nachrüstungen zu vermeiden. Salzburg gilt als erstes Bundesland, das
die thermische Bauteilaktivierung im mehrgeschossigen Bau gezielt in
den Förderkriterien berücksichtigt, auch in anderen Bundesländern
sind hohe Standards beim ökologischen Heizen und Kühlen von Gebäuden
in der Wohnbauförderung anrechenbar.
Zwtl.: Einige erfolgreiche Beispiele der thermischen
Bauteilaktivierung in Österreich:
Campo Breitenlee (Wien): Das Plusenergiequartier nutzt die
thermische Speichermasse von Beton in Kombination mit
wetterprognosebasierter Steuerung. Das Quartier wird zu 100 Prozent
mit erneuerbarer Energie betrieben und wurde 2025 mit dem
Österreichischen Betonpreis in der Kategorie Wohnbau ausgezeichnet.
Wohnquartier Wientalterrassen, (Wien): Das rund 30.000
Quadratmeter große Quartier umfasst 295 Wohneinheiten. Beheizt wird
über aktivierte Betondecken, die im Sommer auch zur Kühlung
beitragen; die Wärme- und Kälteversorgung erfolgt fossilfrei über
Erdsonden, Gehwegkollektoren und Abwasserwärmerückgewinnung in
Kombination mit Photovoltaik. Das Projekt war 2023 Siegerprojekt des
ersten Österreichischen Betonpreises.
Haus für Senioren Henndorf (Salzburg) und Studentenwohnheim Neu
Marx (Wien) : Das Seniorenheim in Henndorf kombiniert die
Bauteilaktivierung mit Geothermie sowie einer PV-Anlage zur eigenen
Stromerzeugung. Beim Studentenwohnheim in Neu Marx sorgen
Grundwassernutzung, Wärmepumpen und eine dachflächendeckende
Photovoltaikanlage gemeinsam mit der Bauteilaktivierung für ein
fossilfreies Heiz- und Kühlkonzept.
Bildungscampus Liselotte Hansen-Schmidt (Wien) : Der
Bildungscampus in der Seestadt Aspern nutzt die thermische
Bauteilaktivierung der Zwischendecken in Kombination mit über 70
Erdwärmesonden, um das Gebäude das ganze Jahr über rein mit
erneuerbarer Energie hocheffizient, CO 2 -frei und kostengünstig zu
heizen sowie zu kühlen.
Mehr bauteilaktivierte Gebäude in Österreich finden Sie auf
dieser Innovationslandkarte .
Mehr Informationen und Fotos: https://beton-dialog.at/hitzesommer-
2026/
Über Beton Dialog Österreich
Beton Dialog Österreich ist die Interessensgemeinschaft der Zement-,
Betonfertigteil- und Transportbetonhersteller in Österreich. Ziel von
Beton Dialog Österreich ist, die Bedeutung des kreislauffähigen
Baustoffs Beton für umwelt- und klimagerechtes Bauen sowie die bisher
erreichten Fortschritte der Branche bei der CO 2 -Reduktion in der
Öffentlichkeit zu verankern. Mehr Informationen: www.betondialog.at