Wien (OTS) – Dass der Bauernbund mit der wiederholten Forderung nach
einer
verpflichtenden Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie von der
Mercosur-Niederlage ablenken will, sei verständlich. Die Forderung
werde aber durch ständiges Wiederholen nicht besser: „Im Gegenteil,
sie geht vollkommen ins Leere. Unsere Gäste schätzen ja Regionalität
ohnehin so sehr. Hochqualitative Bio-Produkte sind ja die besten
Verkaufsargumente. Landwirtschaftliche Betriebe, die das liefern,
machen großartige Geschäfte mit uns“, stellt ÖHV-Präsident Walter
Veit klar.
Zwtl.: Mehraufwand und höhere Preise wären einzige Folge
Müssen Hotels zusätzlich zu den Allergenen bei jeder Mahlzeit
auch noch anführen, woher jede Zutat kommt, führt das bei wechselnden
Lieferant:innen und saisonalen Verfügbarkeiten nur zu mehr
Bürokratie: „Laufend die Speisekarte umzuschreiben ist unzumutbar!
Wir sind für die Gäste da, nicht zum Ausfüllen von Herkunftslisten.“
Das führe nur zu höheren Kosten – und höheren Preisen: „Das kann die
Politik nicht wollen“, so Veit.
Zwtl.: Was kommt als nächstes – eine Bauernbund-Forderung nach einem
Bananen-Verbot?
„Wir müssen auf Qualität setzen, nicht auf Zwang. In Hotellerie
und Landwirtschaft. Wir fordern ja auch nicht, dass Landwirt:innen
nur in Österreich Urlaub machen oder ausschließlich
landwirtschaftliche Geräte aus heimischer Produktion kaufen“, lehnt
Veit die Planwirtschafts-Fantasie des ÖVP-Bundes ab: „Das erinnert ja
an die DDR. Was kommt als nächstes? Fordern sie ein Bananen-Verbot?“
Zwtl.: Qualität, Tierwohl und Transparenz statt Planwirtschaft:
Bauernbund soll Ställe öffnen
Statt Gastronomie und Hotellerie zu gängeln, solle die Politik
die Landwirtschaft zu echtem Tierwohl und strengsten Standards im
Stall und auf dem Feld verpflichten. „Die Bauernbund-Direktorin will
mehr Klarheit? Dann soll sie höhere Tierwohl-Kriterien durchsetzen
und die Ställe öffnen. Bei unseren Gästen punktet man nur mit
Qualität, mit hohen Standards, nicht mit Bevormundung und
Bürokratie.“ Die Landwirtschaft bekommt von der EU mehr als 300 Mrd.
an Förderungen, mehr als jede andere Branche: „Damit muss man doch in
einer Qualität produzieren können, die sich gegen Billigimporte
durchsetzt!“
Zwtl.: Bauernbund soll sich um Qualität im eigenen Bereich kümmern
Überhaupt solle der Bauernbund aufhören, der Gastronomie und
Hotellerie zu erklären, was Gäste wollen: „Kümmert euch darum, was
eure Kund:innen wollen: Das sind wir. Wir wollen Top-Qualität.
Kümmert euch um eure Schweine und Rinder, seht zu, dass es denen
besser geht. Mehr Fokus aufs eigene Geschäft ist offensichtlich
dringend notwendig, wenn man sich schwertut beim Absatz der eigenen
Produkte“, so Veit: „Wir haben genug zu tun mit der Bürokratie, die
uns die Politik aufzwingt. Dass einander jetzt Branchen gegenseitig
mehr Bürokratie aufhalsen wollen in einem Land, das ohnehin schon
darin untergeht, ist ein echtes Armutszeugnis!“
Zwtl.: ÖHV-Forderungen an die Politik:
–
Stopp der Bürokratie-Spirale: Keine weiteren verpflichtenden
Kennzeichnungsvorschriften!
–
Fokus auf Produktion statt Administration: Die Landwirtschaft
muss Verantwortung für Tierwohl-Standards übernehmen, statt die
Gastronomie als Kontrollorgan zu missbrauchen.
–
EU-weite Standardisierung: Aktiver Einsatz der Bundesregierung
für einheitliches europäisches Tierwohl nach höchsten Standards,
Wettbewerbsverzerrungen verhindern.
–
Entlastung der Betriebe: Reduktion bestehender
Dokumentationspflichten, um Ressourcen für die Gästebetreuung
freizuspielen.
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