Linz (OTS) – Kosmetik- und Hautpflegeprodukte für Männer haben sich
von einem
Nischenmarkt zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Sie tragen
Hinweise wie „men“, „homme“ oder „Männer“ und zielen damit
unmissverständlich auf potenzielle Kunden ab. 17 dieser
Pflegeprodukte hat die AK Oberösterreich gemeinsam mit DIE
UMWELTBERATUNG unter die Lupe genommen. Mit einem klaren Ergebnis:
Nur drei Produkte sind empfehlenswert.
Konkret bewertete die AK Oberösterreich gemeinsam mit DIE
UMWELTBERATUNG, ob die Inhaltsstoffe der getesteten Produkte für die
Gesundheit und/oder die Umwelt bedenklich sind. Unter den 17
Männerpflege-Produkten waren sowohl etablierte Handelsmarken wie
Nivea oder Sisley als auch Eigenmarken wie bi good von BIPA und Balea
von dm. Die Preise reichten von 3,59 Euro (BI CARE Men) bis 268 Euro
(Sisley).
Empfehlenswert sind nur drei von 17 Produkten, darunter die
beiden billigsten. Sie enthalten keine bedenklichen Inhaltsstoffe.
Neun Produkte gelten als bedingt empfehlenswert. Der häufigste Grund
dafür ist, dass sie kennzeichnungspflichtige Duftstoffe wie z.B.
Coumarin und Citral enthalten. Diese Duftstoffe müssen aufgrund ihres
allergenen Potenzials auf der Verpackung ausgewiesen sein. Sie können
bei Menschen mit Allergien oder empfindlicher Haut gesundheitliche
Probleme hervorrufen. Erfreulicherweise gibt es Alternativen, die
ohne diese kennzeichnungspflichtigen Duftstoffe auskommen.
Fünf Produkte nicht empfehlenswert
Fünf Produkte wurden als nicht empfehlenswert bewertet, da sie Stoffe
beinhalten, die für den Menschen und/oder die Umwelt bedenklich sind:
– Kunststoffe gelangen nach dem Abspülen von der Haut in das Abwasser
und verbleiben dort lange. Kleinste Kunststoffpartikel (Mikroplastik)
können auch Fremdstoffe, die an diesen Plastikteilchen haften, in den
Körper einschleusen.
– Methylparaben und Butylhydroxytoluol (BHT) stehen wegen ihrer
hormonverdächtigen Eigenschaften auf den „Endocrine-Disruptor-Listen“
nationaler Umweltbehörden, da die Stoffe im Körper wie natürliche
Hormone wirken und Gesundheitsprobleme verursachen können. Zum
Beispiel steht BHT im Verdacht, die Schilddrüsenfunktion sowie
Wachstum und Fruchtbarkeit in Lebewesen einzuschränken. Bei
Methylparaben wird vermutet, dass es hormonelle Störungen wie
Veränderungen der Geschlechtsorgane bei Tieren verursacht. Da die
Stoffe jedoch nur sehr langsam und in minimalen Mengen über die
menschliche Haut in die Blutbahn gelangen, stuft die europäische
Gesundheitsbehörde EFSA das hormonelle Risiko durch Pflegeprodukte
als vernachlässigbar ein.
– Cyclopentasiloxane oder Cyclohexasiloxane sind sehr schlecht
abbaubar und reichern sich in Organismen an. Selbst Kläranlagen
können das flüssige Silikon kaum filtern, weshalb es eine Gefahr für
das Trinkwasser und Wasserorganismen darstellt. Werden diese Stoffe
von Lebewesen aufgenommen, werden sie nur sehr langsam wieder
ausgeschieden. Dadurch sammeln sie sich nach und nach in Lebewesen
an. Sie stehen deshalb auf der Liste der besonders
besorgniserregenden Stoffe der EU.
AK-Tipps
– An Tests orientieren: Die AK veröffentlicht regelmäßig Bewertungen
von Kosmetikprodukten.
– ToxFox-App nutzen und Produkte auf Inhaltsstoffe scannen. Über den
Barcode, der sich auf dem Produkt befindet, identifiziert die App
Produkte, die sie empfiehlt oder als gefährlich einstuft – wegen
hormonell verdächtiger Schadstoffe, Nanopartikel, PFAS, Mikroplastik
und anderer Kunststoffe. Die App kann auf
www.bund.net/themen/chemie/toxfox heruntergeladen werden.
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