Gute Schule schaut anders aus!

Österreich (OTS) – Das Buch präsentiert die Ergebnisse einer
Untersuchung zur
Beziehungsfähigkeit von Lehrpersonen, Eltern und Kindern mit Fokus
auf Offenheit, Toleranz und Wertorientierungen. Die Ergebnisse zeigen
deutliche Unterschiede: Lehrpersonen vertreten die liberalsten
Einstellungen. Jugendliche weisen häufiger problematische
kollektivistische Orientierungen auf; ein Teil ist in religiösen
Fragen fundamentalistisch. Eltern nehmen eine Mittelposition ein. Im
Bereich politischer Toleranz dominiert ein werterelativistischer
Zugang (45 %), während 30 % einem reflektiert-demokratischen
Toleranzmodus zugeordnet werden können. Rund 20 % zeigen autoritär
geprägte Toleranz, etwa 5 % sind besonders intolerant. Die Studie
macht deutlich, dass Konflikte nicht monokausal erklärbar sind.
Familiäre Sozialisation, institutionelle Einflüsse sowie Medien –
inklusive KI – prägen das Verhalten. Besonders relevant sind das
kulturelle Kapital, der Erziehungsstil sowie die Filter- und
Lenkungsfunktion der Eltern. Auch das Bildungssystem trägt dazu bei:
Eine zunehmende Kompetenzorientierung geht zulasten humanistischer
Bildungsinhalte wie Kunst, Kultur und Ethik und erhöht das
Konfliktpotenzial im Schulalltag.

Die Autorinnen plädieren für eine Balance: Bildung sollte nicht
ausschließlich als Vermittlung von Kompetenzen verstanden werden,
sondern auch als Förderung von Beziehungsfähigkeit zu den
Mitmenschen, der Natur, Tier- und Umwelt. Denn die Fokussierung auf
Kompetenzen in Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit und Steigerung,
ohne gleichzeitig die Beziehungsfähigkeit zu fördern, bedeutet nicht
nur ein einseitiges Verständnis von Bildung – sie führt auch zu
Aggression.

Weitere Informationen: https://link.springer.com/book/10.1007/978
-3-658-4989