Gute Nachrichten aus dem Wald: Bundesforste ziehen positive Sommerbilanz

Zwtl.: Regenreiche Monate Mai und Juli als
Verschnaufpause für den
Wald – Schadholzanteil und Käferholz deutlich rückläufig –
Aufstockung der Waldpflege- und Holzerntekapazitäten –
Jahrhundertprojekt „Wald der Zukunft“ auf Kurs

Die Bundesforste ziehen eine positive Zwischenbilanz für die ersten
Monate des Jahres 2025: Nach einem sehr trockenen Winter und
Frühlingsbeginn sorgten der feuchte Mai und der regenreiche Juli für
spürbare Entlastung des Waldes. Die Böden konnten sich erholen und
sind weitgehend wieder gesättigt. Aktuell liegt der Schadholzanteil
bei rund 50 Prozent der gesamten ÖBf-Holzerntemenge, was etwa 500.000
Festmetern entspricht. Damit ist der Anteil deutlich niedriger als im
Vergleichszeitraum des Vorjahres. Ein wesentlicher Teil des
Schadholzes stammt aus Sturmschäden, die bereits im vergangenen Jahr
aufgetreten sind und heuer aufgearbeitet wurden. Auch der Anteil des
Borkenkäferholzes ist rückläufig, die intensiven Maßnahmen zur
Vorbeugung und Bekämpfung zeigen Wirkung. „Auch wenn dieser Sommer
vielen von uns über weite Strecken zu nass und zu kühl war – für den
ÖBf-Wald waren es gute Wochen“, freut sich Bundesforste-
Vorstandssprecher Georg Schöppl. „Der Regen hat die fehlende
Feuchtigkeit des Winters gut ausgeglichen. Das ist wichtig, denn
Trockenheit und Hitze setzen die Bäume unter Stress. Sie wachsen
langsamer, ihre Abwehrkräfte lassen nach und auch ihre
Standfestigkeit nimmt ab. Dadurch sind sie anfälliger für Stürme und
Schädlinge wie den Borkenkäfer. Kühle und ausreichend feuchte
Sommerwochen sind daher ein Segen für den Wald“, so Schöppl.

Zwtl.: Schadholzanteil aktuell bei 50 Prozent, Borkenkäferholz
rückläufig

„Vor einem Jahr hatten wir um diese Zeit schon um mehr als ein
Drittel mehr Schadholz aufzuarbeiten“, erklärt Andreas Gruber, ÖBf-
Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz. Lag der
durchschnittliche Schadholzanteil in den 1980er und 1990er Jahren
noch bei knapp 30 Prozent, muss als Folge des Klimawandels
mittlerweile ein Wert von etwa 50 Prozent als normal angesehen
werden. „Sehr positiv ist außerdem, dass die Käferholzmenge in Summe
weiter zurückgeht – nämlich derzeit um fast 30 Prozent zum
Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das bedeutet, dass unsere
intensiven Maßnahmen zur Prävention und Bekämpfung des Borkenkäfers
wirken. Dazu gehören die Suche nach befallenen Bäumen sowie deren
rascher Abtransport aus dem Wald oder auch die Vorlage von rund
20.000 Fangbäumen bisher in diesem Jahr“, so Gruber. Wie sich die
Borkenkäfer-Situation weiterentwickelt, bleibt abzuwarten. Vor allem
die Witterung im August und September könnte sie noch beeinflussen.
Die Bundesforste rechnen aber nicht mit einem dramatischen Anstieg.

Bei den Waldpflege-Aufwendungen gehen die ÖBf derzeit von einer
budgetkonformen Entwicklung aus. Insgesamt sollen rund 17 Mio. Euro
eingesetzt werden. Die darin auch enthaltenen Mittel für
Borkenkäferbekämpfung können in diesem Jahr um rund 1,5 Mio. Euro im
Vergleich zum Vorjahr zurückgenommen werden. Um unter anderem bei der
Waldpflege und der Schadholzaufarbeitung flexibler zu sein, stocken
die Bundesforste ihre eigenen Holzerntekapazitäten auf. Bis 2027
werden rund 6,5 Mio. Euro für neue Seilgeräte sowie für zusätzliche
Mitarbeiter*innen auf der Fläche investiert.

Zwtl.: Jahrhundertprojekt „Wald der Zukunft“ auf Kurs

Dennoch bedroht die Klimakrise den Wald. „Die ÖBf-interne
Waldschadensbilanz aufgrund von Schadholz, höheren Erntekosten,
Mindererlösen und Infrastrukturschäden lag im Vorjahr mit rund 50
Millionen Euro auf Rekordniveau. Jüngste Berichte zeigen, dass wir
mit Blick auf den globalen Temperaturanstieg nicht von einer
Atempause ausgehen können“, gibt Schöppl zu bedenken. „Wir arbeiten
daher weiter mit aller Kraft an unserem Jahrhundertprojekt ‚Wald der
Zukunft‘, der artenreich, strukturreich und naturnah sein wird.
Bereits jetzt haben wir gute Fortschritte gemacht und konnten den
Anteil von Tanne, Lärche, Buche und Eiche steigern. Diese Arten
kommen mit den Folgen der Klimakrise besser zurecht. Der Anteil der
Fichte geht hingegen zurück“, so Gruber.

„Unsere Sommer-Bilanz 2025 fällt bisher positiv aus: Dem ÖBf-Wald
geht es gut und auch mit dem Holzmarkt sind wir zufrieden. Mit
langfristigen Verträgen stellen wir eine verlässliche Holzversorgung
unserer Partner sicher. Alle Sortimente sind gut nachgefragt, nur die
Biomasse saisonbedingt etwas weniger“, so die Vorstände der
Bundesforste. „Aber es geht im Wald um viel mehr als nur um Euros pro
Festmeter. Der Wald erbringt zahlreiche Leistungen für uns Menschen –
er schützt Siedlungen, sorgt für saubere Luft, filtert Wasser, kühlt
die Umgebung und bindet Kohlenstoff. Es geht darum, diese Leistungen
für die kommenden Generationen zu sichern – daran arbeiten wir. Wir
sind optimistisch, dass das Jahr weiterhin gut verläuft. In unserem
Geschäft gibt aber die Natur den Takt vor – abgerechnet wird wie
immer erst nach dem 31. Dezember.“

Über die Österreichischen Bundesforste

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf AG) sind das
Naturunternehmen Österreichs. Seit mittlerweile 100 Jahren pflegen,
schützen und bewirtschaften sie die natürlichen Ressourcen des Landes
– Wälder, Seen und Berge – im Sinne der Nachhaltigkeit und mit Blick
auf kommende Generationen. Mit 850.000 Hektar sind die Bundesforste
der größte Naturraumbewirtschafter des Landes. 10 % der Staatsfläche,
darunter 74 der größeren Seen, und 15 % der Waldfläche sind ihnen
anvertraut. Wirtschaftlich agiert das Unternehmen in den
Geschäftsfeldern Forst- und Holzwirtschaft, Jagd und Fischerei,
Immobilien, Dienstleistungen und Erneuerbare Energien. Das zentrale
Leitprinzip ist dabei die Nachhaltigkeit. Ökologische,
wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen werden laufend
bewertet und bestmöglich ausgeglichen. Den Herausforderungen der
Klimakrise begegnen die Bundesforste mit einer aktiven
Waldbewirtschaftung unter dem Motto „Wald der Zukunft“. Denn ein
nachhaltig bewirtschafteter Wald ist den künftigen ökologischen und
gesellschaftlichen Anforderungen am besten gewachsen. Die ÖBf AG
steht im Alleineigentum der Republik und beschäftigt österreichweit
1.032 (Stand: 31. 12. 2024) Mitarbeiter*innen in 14 Forst- und
Nationalparkbetrieben sowie in der Unternehmensleitung mit Sitz in
Purkersdorf im Wienerwald (NÖ).

Pressefotos unter www.bundesforste.at