Wien (OTS) – Der Standard veröffentlichte am 23. Mai 2026 den Beitrag
„ Valide
oder wertlos? Warum die Wiener Migrantenstudie für Streit sorgt“ über
die von Kenan Doğan Güngör geleitete Wiener Migrantenstudie hinter
einer Bezahlschranke.
Der Beitrag ist ausschließlich gegen Bezahlung zugänglich, obwohl
darin zentrale Fragen zur wissenschaftlichen Belastbarkeit,
Repräsentativität und Aussagekraft der Studie teilweise äußerst
kritisch diskutiert werden. Bemerkenswert ist dabei, dass mehrere der
von DER STANDARD selbst befragten Fachleute Einwände formulierten,
die die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bereits zehn
Tage zuvor öffentlich dokumentiert hatte. Die TKG hatte schon damals
darauf hingewiesen, dass erhebliche methodische und wissenschaftliche
Fragen offen geblieben sind.
Aus Sicht der TKG geht die Problematik jedoch weit über Fragen
der Repräsentativität, Methodik oder wissenschaftlichen Belastbarkeit
einer einzelnen Studie hinaus.
Die eigentliche Debatte beginnt dort, wo sehr unterschiedliche
Menschen mit Wurzeln in der Türkei sowie Musliminnen und Muslime
ungeachtet ihrer individuellen Lebenswege, sozialen Herkunft,
politischen Überzeugungen, Bildungsbiografien und religiösen Praxis
über Jahre hinweg immer wieder Gegenstand pauschaler
gesellschaftlicher Diagnosen, Zuschreibungen und Deutungsmuster
werden. Von den „etablierten Außenseitern“ bis zur angeblichen
„Arabisierung“ der Türkeistämmigen in Österreich erscheint auffallend
häufig dieselbe Bevölkerungsgruppe im Zentrum öffentlicher
Problembeschreibungen. Die Begriffe wechseln, die Diagnosen wechseln,
die Etiketten wechseln – die betroffenen Menschen bleiben dieselben.
Die TKG hat diese Entwicklung, ihre Hintergründe, Widersprüche
und gesellschaftlichen Folgen in einem ausführlichen Dossier
dokumentiert. Untersucht werden unter anderem die Wiener
Migrantenstudie, die von Kenan Güngör verwendeten Begriffe wie
„Repräsentativitätsnähe“ und „Daumen mal Pi“, die Kritik mehrerer von
Der Standard selbst befragter Fachleute sowie die Frage, inwieweit
aus methodisch umstrittenen Datengrundlagen weitreichende
Schlussfolgerungen über muslimische Jugendliche, Menschen mit
Migrationsgeschichte und ganze Bevölkerungsgruppen gezogen werden
können.
Das Dossier versteht sich als Beitrag zu einer offenen Debatte
über Wissenschaft, Medienverantwortung, Integration,
gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Verantwortung jener Personen
und Institutionen, die mit wissenschaftlichem Anspruch öffentliche
Diagnosen über ganze Bevölkerungsgruppen formulieren.
Den vollständigen Beitrag können Sie hier lesen:
Von den „etablierten Außenseitern“ zur „Arabisierung“: Kenan Güngör,
die Wiener Migrantenstudie und offene Fragen an Medien, Politik und
Wissenschaft.