Wien (OTS) – Die Grünen Wien wollen den Rathauspark in eine
großflächige
Schmetterlings- und Wildblumenwiese verwandeln. Vorbild ist das
Londoner „Superbloom“-Projekt am Tower of London, wo im Burggraben
mehr als 20 Millionen Wildblumensamen ausgesät wurden. Die Pflanzen
dort blühen durchgehend von Juni bis Mitte September – zur Freude von
Besucher:innen und von Bienen und Schmetterlingen. „Der Rathauspark
könnte vorzeigen, wie Biodiversität mitten in der Stadt funktioniert.
Statt monotonem Kurzrasen ein Blütenmeer im Herzen Wiens – schön für
die Menschen und überlebenswichtig für Bestäuber“, so Tina
Wirnsberger, Umweltsprecherin der Grünen Wien. Naturnahe Grünflächen
sind nicht nur für den Artenschutz entscheidend, sondern verbessern
auch das Mikroklima, speichern Feuchtigkeit und kühlen die Umgebung
in Hitzemonaten ab.
Zusätzlich fordern die Grünen, dass Wien sich ab 2027 am
internationalen Aktionsmonat „Mähfreier Mai“ beteiligt. „Im Mai
sollen öffentliche Grünflächen möglichst nicht gemäht werden, damit
Wildblumen wachsen und wichtige Lebensräume für Bienen,
Schmetterlinge und andere Bestäuber entstehen können. Eine klimafitte
Stadt braucht mehr Wildnis, mehr Blüten und mehr Lebensraum für
Insekten statt kurzgeschorener Rasen“, so Wirnsberger.
Daher fordern die Grünen auch stadtweit eine stärkere Ausweitung
naturnaher Wiesenflächen, den Einsatz insektenschonender Mähmethoden
und bessere Schulungen für Mitarbeiter:innen der Stadt – das
entspricht auch den Empfehlungen des Wiener Stadtrechnungshofs.
Vorbild soll der Pötzleinsdorfer Schlosspark sein: Dort wird die
sogenannte angepasste Mahd nicht vor Mitte Juni durchgeführt.
Aufgrund der naturverträglichen Bewirtschaftung wurde die
wechseltrockene Trespenwiese im Pötzleinsdorfer Schlosspark vom
Biosphärenpark Wienerwald Management schon 2014 zur „Wiesenmeister-
Wiese“ des Bezirks Währing prämiert.
„Wer Biodiversität ernst nimmt, darf nicht mitten in der Blüte alles
niedermähen. Gerade langsam arbeitende, insektenschonende Mähmethoden
und mehr naturschutzfachliches Wissen machen einen großen
Unterschied. Das gilt auf öffentlichen Flächen ebenso wie in privaten
Gärten. Die Stadt kann hier mit gutem Beispiel vorangehen“, so
Wirnsberger abschließend. Die Grünen bringen dazu in der
Gemeinderatssitzung am 19. Mai entsprechende Anträge ein.