Wien (OTS) – „Während die Zahl der armutsbetroffenen Menschen in Wien
durch die
Decke geht, zwingt die Wiener SPÖ dem Fonds Soziales Wien brutale
Kürzungen auf, die zu einem massiven Personalabbau führen. Die
Stadtregierung zerschneidet damit das soziale Netz und zerstört Stück
für Stück das Erbe des Roten Wien“, so Judith Pühringer,
Parteivorsitzende Grüne Wien, anlässlich des heute von Stadtrat
Hacker präsentierten FSW-Geschäftsbericht 2025. Denn währenddessen
spitzt sich die soziale Lage in Wien dramatisch zu: Mit 29,8 % waren
noch nie so viele Wiener:innen von Armut betroffen wie heute. 4 von
10 Kindern, die jünger als 14 Jahre sind, leben in armuts- und
ausgrenzungsgefährdeten Haushalten – in absoluter Armut leben 18.000
Kinder in Wien.
Brutaler Sozialabbau
Der massive Rückgang beim Personalaufwand im Vergleich zum
Vorjahr zieht sich durch alle FSW-Fachbereiche durch und betrifft die
verschiedensten Gruppen. Aus dem vorliegenden Jahresabschluss 2025
gibt es jedoch keinerlei Erläuterungen für diese deutlichen
Reduktionen. „Wir erleben gerade eine Zeitenwende in der
Sozialpolitik Wiens. Wenn hinter dieser massiven Aufwandskürzung die
befürchteten Kürzungen beim Personal in diesen so wichtigen sozialen
Bereichen stehen, wäre das katastrophal. Genau vor diesem Sozialabbau
haben wir gewarnt. Die Brutalität, mit der die SPÖ diese Einschnitte
aber durchzieht, ist aber auch für uns erschütternd“, so
Sozialsprecher David Ellensohn.
Kürzungen auch in der Pflege
Besonders alarmierend ist der sinkende Personalaufwand im
Pflegebereich, der gegenüber dem Vorjahr um 15,52 Prozent gesunken
ist. Der verminderte Pflege-Personalaufwand ist vor dem Hintergrund,
dass 2024 die Pflege-Kollektivverträge durchschnittlich um 4% erhöht
wurden, besonders besorgniserregend. „Gerade in der Pflege, einem
Gesundheitsbereich, der ohnehin schon am absoluten Limit ist,
Einschnitte vorzunehmen, ist fahrlässig. Die Leistungen und
Finanzierungen im Fachbereich Pflege und Betreuung sind nicht analog
zur Inflation angestiegen, was faktisch eine Kürzung im Pflegebereich
darstellt. Das ist völlig inakzeptabel“, so Gesundheitssprecherin
Barbara Huemer.
Menschen mit Behinderung besonders betroffen
Drastisch zeigen sich die Kürzungen auch im Bereich Wohnen für
Menschen mit Behinderung mit einem Minus von fast 32 Prozent sowie in
der Wiener Flüchtlingshilfe, wo der Aufwand um knapp 31 Prozent sank.
Auch im Bereich Beschäftigung & Tagesstruktur ist ein Rückgang von
über 22 Prozent zu verzeichnen. Auch in der Wiener Wohnungslosenhilfe
verringerte sich der Personalaufwand um rund 4 Prozent. Die Folgen
sind – gerade auch im Bereich von Menschen mit Behinderung –
dramatisch: 424 Menschen mit Behinderung warten auf einen
vollbetreuten Wohnplatz, 1704 Personen auf einen Teilbetreuten
Wohnplatz und 940 auf einen Platz in einer Tagesstruktur.
Vollbetreutes Wohnen und Tagesstruktur sind jedoch Pflichtleistungen,
die der FSW zu erbringen hat. „Dass eine Partei, die sich sozial
nennt, lieber bei den verletzlichsten Menschen in unserer Stadt
kürzt, anstatt endlich sozial gerechte Einnahmequellen wie eine
Leerstandsabgabe oder eine Freizeitwohnsitzabgabe anzugehen, ist eine
Schande“, so Pühringer abschließend.