Wien (OTS) – „Es ist absurd, wenn die erste künstlerische
Intervention rund um das
umstrittene Lueger-Denkmal ein großes Polizeiaufgebot auslöst.
Erschütternd ist jedoch, dass – kaum hatte sich die Polizei
zurückgezogen – antisemitische Übergriffe stattfanden. Solche
Angriffe haben in unserer Stadt keinen Platz“, kommentiert die
Kultursprecherin der Grünen Wien, Ursula Berner, einen aktuellen
Bericht des „Standard“. Demnach sei eine Gruppe rund um den Künstler
Alon Ishay am helllichten Tag von Passant:innen antisemitisch
beschimpft, bespuckt und körperlich angegriffen worden. Zuvor war es
zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen, nachdem Ishay im Rahmen
eines Festivals der Universität für angewandte Kunst Wien das
umstrittene Karl-Lueger-Denkmal mit Stickern beklebt hatte.
„Bei der Eröffnung des umgestalteten Lueger-Denkmals betonte
Stadträtin Veronica Kaup-Hasler, dass das neue Mahnmal ein
Diskursraum sein soll, der künstlerische Interventionen erwarte und
zulasse. Wenn solche Interventionen dann tatsächlich stattfinden,
werden sie jedoch unterbunden“, kritisiert Berner.
Bereits beim ersten Spaziergang rund um das umgestaltete Denkmal
kam es zu einem Polizeieinsatz. Laut „Standard“ seien nun Anzeigen
gegen den Künstler sowie eine Vertreterin der Universität für
angewandte Kunst eingebracht worden. „Ein offener Diskursraum kann so
nicht funktionieren. Es braucht ein klares politisches Bekenntnis der
Stadtregierung dazu, wie die Person Lueger und die Statue heute
einzuordnen sind“, so Berner.
„Ein erstes klares Zeichen wäre die längst überfällige Umbenennung
des Platzes am Stubenring. Ein populistischer Antisemit darf im Jahr
2026 nicht länger durch einen Straßennamen geehrt werden. Darüber
hinaus braucht es ein deutliches Signal gegen Antisemitismus – etwa
indem die Statue von diesem zentralen Ort entfernt und in einem
Museum gemeinsam mit anderen problematischen Denkmälern historisch
eingeordnet und erklärt wird“, so Berner abschließend.