Grüne Wien/Berner ad Lueger-Denkmal: Auch ein gekippter Lueger bleibt ein Antisemit

Wien (OTS) – „Angesichts des erstarkenden Antisemitismus weltweit und
auch in Wien
ist es zu wenig, die Statue des umstrittenen ehemaligen
Bürgermeisters Karl Lueger lediglich leicht zu kippen. Die Statue
wirkt weiter als Werbeträger für diese Ideologie und sollte deshalb
endlich von diesem zentralen Ort in Wien entfernt werden“, betont die
Kultursprecherin der Grünen Wien, Ursula Berner, anlässlich der
heutigen Präsentation des umgestalteten Lueger-Denkmals am Stubentor.

„Lueger war ein Antisemit, der mit seinen rassistischen und
antisemitischen Reden jüdische Menschen gezielt zu Feindbildern
gemacht hat. Nach seinen Reden kam es regelmäßig zu gewaltvollen
Übergriffen auf Jüdinnen und Juden. Eine Stadt, die sich
demokratischen und humanistischen Werten verpflichtet fühlt, kann
solche Figuren im Jahr 2026 nicht ungebrochen öffentlich ehren“, so
Berner.

Studierende, Wissenschaft, Anrainer:innen und die jüdische
Community protestieren seit Jahren gegen die prominente Aufstellung
im Zentrum der Stadt. „Dass dieser Mann im Jahr 2026 immer noch eine
derart große Bühne im öffentlichen Raum erhält, ist für viele
Jüdinnen und Juden ein Schlag ins Gesicht“, so Berner. International
gibt es zahlreiche spannende Beispiele, die zeigen, wie zeitgemäß mit
problematischen historischen Objekten im öffentlichen Raum umgegangen
werden kann. Dazu zählen etwa die Colston Statue in Bristol oder das
Museum in der Zitadelle Spandau in Berlin. (Stadt)Geschichte wird
vermittelt, ohne die Figuren weiter als ehrenvolle Helden zu
präsentieren.

Berner fordert ein attraktives, niederschwelliges und dauerhaftes
Begleitprogramm, das Lueger endlich auch in seiner
gesellschaftsspaltenden und demokratiegefährdenden Rolle sichtbar
macht: „Es kann nicht im Sinne der Menschenrechtsstadt Wien sein,
Lueger weiterhin als 20 Meter erhöhten Helden darzustellen. Es
braucht ein deutliches Signal gegen Antisemitismus – etwa indem man
die Statue in einem Skulpturengarten oder einem Museum mit anderen
problematischen Denkmälern präsentiert, auf jeden Fall aber in
Kontext gesetzt und erklärt. Außerdem braucht der Platz am Stubenring
dringend einen neuen Namen“, so Berner abschließend.