Wien (OTS) – „Wenn wir im Supermarkt Gemüse aus Österreich kaufen
wollen, dann
müssen wir auch dafür sorgen, dass unsere Bäuerinnen und Bauern eine
Zukunft haben. Genau die steht jetzt für 270 Gemüsebauern aus dem
Marchfeld auf dem Spiel“, sagt Olga Voglauer,
Landwirtschaftssprecherin der Grünen, zur geplanten Schließung des
Ardo-Werks.
270 landwirtschaftliche Betriebe haben das Werk bisher mit Gemüse
beliefert. Jetzt will der Konzern den Standort schließen. Besonders
unverständlich ist für Voglauer, dass Ardo das Werk offenbar auch
nicht verkaufen will, obwohl es interessierte Investoren gibt und
Bund und Land Unterstützung angeboten haben.
„Da stellt sich schon die Frage: Will Ardo verhindern, dass
jemand anderer das Werk übernimmt und weiterhin österreichisches
Gemüse verarbeitet? Es kann nicht sein, dass ein einzelner Konzern
darüber entscheidet, ob unsere Bäuerinnen und Bauern ihre Ernte
künftig noch verkaufen können“, kritisiert Voglauer.
Für die Grünen ist deshalb klar: Die Politik muss jetzt handeln. „Wir
wollen auch in Zukunft Gemüse aus dem Marchfeld in unseren
Supermärkten haben und nicht noch mehr Lebensmittel aus dem Ausland
importieren müssen. Deshalb können wir uns gut vorstellen, dass die
öffentliche Hand eine Lösung finanziell unterstützt. Das ist kein
Geschenk an einen Konzern, sondern eine Investition in unsere
Landwirtschaft und unsere Versorgung mit heimischen Lebensmitteln“,
erklärt Voglauer.
Auch die großen Supermarktketten sieht sie in der Verantwortung.
„Wer mit österreichischer Qualität wirbt, muss auch dafür sorgen,
dass österreichisches Gemüse in den Regalen landet. Dafür braucht es
jetzt konkrete Zusagen des Handels.“
Langfristig braucht es aus Sicht der Grünen außerdem Lösungen, die
unsere Bäuerinnen und Bauern unabhängiger von einzelnen Großkonzernen
machen. Eine Möglichkeit wäre eine Genossenschaft, in der die
landwirtschaftlichen Betriebe gemeinsam Verantwortung übernehmen und
selbst mitentscheiden können.
„Unsere Lebensmittelversorgung ist zu wichtig, um sie allein den
Geschäftsentscheidungen internationaler Konzerne zu überlassen. Wir
brauchen eine Lösung, die unseren Bäuerinnen und Bauern eine Zukunft
gibt und dafür sorgt, dass auch morgen noch Gemüse aus Österreich auf
unseren Tellern landet“, hält Voglauer fest.