Grüne & Alternative Student_innen Salzburg: „Porsche-Tunnel ist Symbol eklatanter sozialer Ungleichheit“

Salzburg (OTS) – „Während Studierende in Salzburg verzweifelt nach
bezahlbarem
Wohnraum suchen und viele nicht wissen, wie sie ihre Miete bezahlen
sollen, erkauft sich ein Milliardär für schlappe 48.000 Euro das
Recht, einen privaten Tunnel durch öffentlichen Grund zu graben“,
erklärt Maike Cyrus, Bundessprecherin der Grünen & Alternativen
Student_innen. “Diese Diskrepanz zwischen den Lebensrealitäten
offenbart ein grundlegendes Problem in unserer Gesellschaft.”

Der umstrittene Privattunnel, der mit geschätzten acht Millionen
Euro veranschlagt wird, soll 500 Meter durch öffentliches Grünland
führen und in eine unterirdische Garage für neun Fahrzeuge münden.

Die GRAS kritisiert auch das intransparente Vorgehen im
Genehmigungsverfahren. Obwohl ein unabhängiges Rechtsgutachten
erhebliche Mängel im Verfahren festgestellt hat, wurde der
unveränderte Amtsbericht erneut dem Planungsausschuss vorgelegt. „Es
ist besorgniserregend, dass trotz fundierter rechtlicher Bedenken und
internationaler Kritik an diesem Prestigeprojekt festgehalten wird“,
betont Julian Hörndl von der GRAS Salzburg.

Besonders problematisch erscheint den Grünen & Alternativen
Student_innen die historische Dimension des Vorhabens. Die betroffene
Stefan-Zweig-Villa gilt als bedeutendes kulturelles Erbe und Symbol
gegen Faschismus und Antisemitismus. „Dass ausgerechnet ein Vermögen,
das historisch mit dem NS-Regime in Verbindung steht, nun die
Erinnerungsstätte eines vor den Nazis geflohenen jüdischen
Schriftstellers buchstäblich untergräbt, hat eine bittere symbolische
Bedeutung“, so Cyrus weiter.

Die GRAS forderte den Salzburger Gemeinderat auf, das Projekt
abzulehnen und stattdessen in klima-soziale Infrastruktur und
studentischen Wohnraum zu investieren. Der Kapuzinerberg ist eine
wichtige grüne Lunge in Salzburg, die in Zeiten der Klimakrise
konsequent geschützt werden muss. „Eine Stadt, die sich für 48.000
Euro von einem Milliardär kaufen lässt, während junge Menschen und
Studierende unter der Wohnungsnot und Zukunftsängsten im Zuge der
Klimakrise leiden, hat ihre klima- und sozialpolitischen Prioritäten
grundlegend falsch gesetzt“, so Vanessa Ahnert von der GRAS Salzburg.

Die Grüne Bürgerliste im Salzburger Gemeinderat hat am Donnerstag
mit Teilen der KPÖ Plus gegen das Projekt gestimmt und forderte eine
erneute Vertagung, um Expert_innen anzuhören. Nun kann das Projekt
nur noch von der Aufsichtsbehörde, der Stadt Salzburg, gestoppt
werden. Die GRAS fordert Salzburg dazu auf, das teure Privatvergnügen
Wolfgang Porsches noch zu stoppen.

Die Grünen & Alternativen Student_innen rufen dazu auf, den Fokus
der Stadtpolitik wieder auf die dringenden sozialen Herausforderungen
zu lenken: „Statt Luxusprojekte für Superreiche, brauchen wir mehr
sozialen Wohnbau, bezahlbare Studierendenheime und den Ausbau von
grüner Mobilität. Das ist es, wofür wir gemeinsam kämpfen“, schließt
Cyrus.