Grüne: Afghanistan setzt weiteren Schritt Richtung Auslöschung weiblicher Perspektiven

Wien (OTS) – „Das Verbot von Büchern weiblicher Autorinnen an
afghanischen
Universitäten ist ein weiterer Schritt in Richtung vollständiger
Auslöschung weiblicher Perspektiven“, erklärt die Frauen- und
außenpolitische Sprecherin der Grünen, Meri Disoski. „Mit
drakonischen Gesetzen berauben die Taliban Mädchen und Frauen
grundlegender Menschenrechte, unterdrücken sie systematisch, machen
sie unsichtbar und mundtot.“

Seit der Machtübernahme im August 2021 errichten die
radikalislamistischen Taliban ein brutales System
institutionalisierter Frauenunterdrückung. „Die Realität für Frauen
und Mädchen in Afghanistan ist erschütternd: Sie dürfen keine Schulen
besuchen und keine Universitäten betreten. Arbeiten ist ihnen
untersagt, der Aufenthalt in öffentlichen Räumen ist verboten. Frauen
dürfen nicht vor Gericht sprechen, nicht im Fernsehen auftreten und
nicht mit Männern kommunizieren. Selbst der Zugang zu medizinischer
Versorgung ist für viele kaum mehr möglich. Das ist nichts anderes
als Geschlechter-Apartheid“, so Disoski.

Scharfe Kritik übt Disoski auch an der österreichischen
Bundesregierung: „Mit der Aufnahme offizieller Kontakte zu den
Taliban hat die österreichische Bundesregierung ein verheerendes
Signal ausgesendet: Dass Geschlechter-Apartheid und die systematische
Unterdrückung von Frauen offenbar kein Hindernis für diplomatische
Beziehungen darstellen. Wer sich in Österreich als Kämpfer gegen
Islamismus inszeniert, gleichzeitig Taliban den roten Teppich
ausrollt und mit Unterdrückern verhandelt, legitimiert ihre zutiefst
frauenfeindliche Politik und handelt moralisch doppelbödig.“