Große Bildungsumfrage mit 46.385 Befragten bekräftigt Notwendigkeit einer Bildungsreform

Wien (OTS) – Im Rahmen eines Medientermins stellten heute Dienstag
Bildungsminister Christoph Wiederkehr und der Geschäftsführer des
Meinungsforschungsinstituts Public Opinion Strategies, Peter Hajek
die Ergebnisse einer groß angelegten Meinungsumfrage zum aktuellen
Zustand des österreichischen Bildungssystems, an der 46.385 Personen
(19.155 Eltern, 19.249 Pädagoginnen und Pädagogen, 6.628 Schülerinnen
und Schüler sowie weitere Personen, die in keine der zuvor genannten
Kategorien, fallen) teilgenommen haben, vor.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr hatte in seiner
Grundsatzrede zum Thema Bildung im vergangenen November den „Plan
Zukunft“ skizziert und eine breite Beteiligung der Bevölkerung an
einer Reform des Bildungssystems angekündigt.

Eine erste Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzustellen, hatten
Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Personen, die
keiner dieser Kategorie angehören, im Rahmen der vom
Meinungsforschungsinstitut Public Opinion Strategies unter der
Leitung von Peter Hajek durchgeführten großen Bildungsumfrage.
Abgefragt wurden diverse Fragestellungen zum aktuellen Zustand und
zur Reform der Bildung in Österreich.

Das aktuelle Bildungssystem bereitet unsere Kinder ungenügend auf
das Leben vor, Neugestaltung des Lehrplans wird positiv gesehen

Die Befragten bewerten die Zukunftstauglichkeit des
österreichischen Bildungssystems insgesamt kritisch. Auf einer
sechsstufigen Skala (1 = „ja, sehr“, 6 = „nein, überhaupt nicht“)
liegt der Mittelwert bei 3,5 unter Schülerinnen, 3,8 bei Lehrerinnen
und 4,3 bei Eltern, die damit am skeptischsten sind. Parallel dazu
sprechen sich klare Mehrheiten für eine Aktualisierung der Lehrpläne
aus: 83 % der Schüler*innen, 74 % der Eltern und 71 % der Pädagog*
innen befürworten die Reduktion bestehender Lerninhalte, um Platz für
neue Unterrichtsthemen zu schaffen.

Größte wahrgenommene Herausforderung für Schule liegt außerhalb
des Unterrichts selbst – insbesondere im Einfluss sozialer Medien auf
Konzentration und Verhalten

Der Einfluss sozialer Medien auf Lernen, Konzentration und
Verhalten wird von den Befragten als zentrale Belastung für das
Bildungssystem eingeschätzt. Unter Pädagog*innen erreicht dieser
Aspekt mit einem Mittelwert von 5,3 (auf einer Skala von 1 = „gar
keine Herausforderung“ bis 6 = „sehr große Herausforderung“) den
höchsten Wert aller abgefragten Themen. Auch Eltern sehen hier die
größte Herausforderung (Mittelwert 5,0). Damit rangieren soziale
Medien deutlich vor strukturellen Problemen wie Lehrkräftemangel oder
Ausstattung der Schulen.

Unabhängig von der Perspektive wird Schule primär als Ort der
Vermittlung sozialer Kompetenzen und kritischen Denkens verstanden

Bei der Frage nach den wichtigsten im Unterricht zu vermittelnden
Kompetenzen herrscht über alle Gruppen hinweg große Einigkeit.
Soziale Kompetenzen und kritisches Denken belegen bei Lehrerinnen (
Mittelwerte 2,0 bzw. 2,7), Schülerinnen (2,7 bzw. 3,2) und Eltern (
2,4 bzw. 3,2) jeweils die Spitzenplätze. Die Ergebnisse
unterstreichen ein Bildungsverständnis, das Schule vor allem als Ort
sozialer und reflexiver Fähigkeiten sieht.

Erkenntnisse, die aus der Bildungsumfrage gewonnen werden
konnten, sollen auch in den „Plan Zukunft“, den Bildungsminister
Wiederkehr Ende März vorstellen will, einfließen.

Dazu Bildungsminister Christoph Wiederkehr: „Es ist ein starkes
Zeichen, wie wichtig Bildung uns allen ist, nachdem über 46.000
Personen an unserer großen Bildungsumfrage teilgenommen haben. Ich
fühle mich in meiner täglichen Arbeit für die Schülerinnen und
Schüler, deren Eltern und die Lehrkräfte bestärkt, dass das
Bildungssystem der Zukunft unsere Kinder und Jugendlichen besser auf
das Leben vorbereiten muss, als es das bisher tut und eine
Neugestaltung der Lehrpläne dringend notwendig ist. Ich bedanke mich
bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Umfrage für die aktive
Teilnahme, denn so ist es möglich, dass Anliegen von Bürgerinnen und
Bürgern in die politische Arbeit einfließen!“