Greenpeace zu Luftmessungen im Burgenland: Risikolage bleibt bestehen

Wien (OTS) – Erste Ergebnisse der von der Taskforce
“Vorsorgeabklärung
Luftqualität” durchgeführten Luftmessungen aus asbestbelasteten
Gebieten im Burgenland liegen vor. Dass bisher an den überprüften
Orten anscheinend nur geringe Werte festgestellt werden konnten,
bedeutet keineswegs eine Entwarnung, so Greenpeace. Die derzeit
feuchte Witterungslage lässt keine verlässliche Risikobewertung zu.
Wie auch das Land Burgenland selbst betont, müssen Messungen über
einen längeren Zeitraum durchgeführt werden, bei trockenen
Witterungsbedingungen kombiniert mit entsprechender Simulation der
maximal möglichen Beanspruchung der betroffenen Stellen.

Herwig Schuster, Umweltchemiker bei Greenpeace Österreich, sagt:
“Asbest wird besonders bei Abrieb oder Zerkleinerung gefährlich, da
dann krebserregende Fasern in die Luft gelangen. Feuchtes
Winterwetter bindet Asbeststaub. Die jetzt durchgeführten
Kurzzeitmessungen sind daher keinesfalls dazu geeignet, bereits
Entwarnung zu geben. Es gilt nach wie vor: Besonders an sensiblen
Stellen wie an Spielplätzen, in Parks oder bei Einkaufszentren müssen
freiliegende Asbeststeine so schnell wie möglich entfernt werden. Im
Fall von Kindern gilt ganz besonders das Vorsorgeprinzip. Für diese
Schutzmaßnahme darf nicht gewartet werden, bis Spielplätze bei
trockenem, sonnigen Wetter wieder stark frequentiert sind. Asbest ist
aus gutem Grund europaweit verboten. Das Burgenland gibt Kindern
jedoch weiterhin die Möglichkeit, mit Asbestbrocken zu spielen.”

Greenpeace fordert das Land Burgenland außerdem auf, wie
angekündigt alle Messwerte und die exakten Testbedingungen, unter
denen sie entstanden sind, zu veröffentlichen. Zu den exakten
Testbedingungen zählt etwa auch die Information, ob Testpersonen am
Skatepark Skates oder Fahrräder verwendet haben und mit diesen auch
Stürze simuliert haben, bei denen Pedale die offenen Asbeststellen
abschleifen können. “Ohne Veröffentlichung der genauen Messwerte kann
niemand seriös beurteilen, ob die bisherigen Messungen irgendeine
Aussagekraft haben” , so Schuster.