Greenpeace-Report: Mehr als die Hälfte der Menschen in Europa fühlen sich von Bus und Bahn abgeschnitten

Wien (OTS) – Eine neue von Greenpeace beauftragte Studie des
Ökoinstituts zeigt
die Lücken im öffentlichen Nahverkehr in Europa. Mehr als 50 Prozent
der Menschen nutzen öffentliche Verkehrsmittel nicht regelmäßig. Das
liegt vor allem an fehlenden Angeboten, zu teuren Preisen und
fehlender Barrierefreiheit. In Österreich zeigen sich die Mängel
besonders im ländlichen Raum. Greenpeace fordert einen massiven
Ausbau der öffentlichen Verkehrsangebote in ganz Österreich.
Verkehrsminister Peter Hanke muss sicherstellen, dass jede
österreichische Gemeinde ein klimafreundliches, leistbares und
regelmäßiges Öffi-Angebot hat.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in
Österreich: “Mit dem weiteren Ausbau von Schnellstraßen bindet
Verkehrsminister Hanke hunderttausende Menschen ans Auto fest. Dabei
zeigt sich gerade jetzt bei den explodierenden Spritpreisen, wie
wichtig es ist, problemlos auf Bus- und Bahnangebote umsteigen zu
können. Statt Milliarden in den Bau neuer Schnellstraßen zu
versenken, muss Verkehrsminister Hanke den Menschen in Österreich
bezahlbare, sichere und klimafreundliche Öffis anbieten. Dafür müssen
auch bereits eingestellte Regionalbahnen von den Bundesländern
reaktiviert und die Fahrpläne im ländlichen Raum verdichtet werden.”

Das Stadt-Land-Gefälle im öffentlichen Nahverkehr zeigt sich in
Österreich besonders deutlich. Fast 28 Prozent bemängeln am Land zu
seltene Verbindungen, unpassende Fahrpläne oder schlichtweg fehlende
öffentliche Optionen. In Städten sind es hingegen nur 1,5 Prozent der
Bevölkerung. Zudem sind zu lange ÖPNV-Fahrtzeiten im ländlichen Raum
deutlich öfter ein Grund für die Abhängigkeit vom eigenen Auto als im
europäischen Vergleich. Das führt dazu, dass immer mehr
einkommensarme Haushalte an anderen lebensnotwendigen Dingen sparen,
um sich ein Auto leisten zu können. 2024 betraf das bereits drei
Prozent der Österreicher:innen. Das sind mehr als alle
Einwohner:innen von Linz und Klagenfurt zusammen.

– Vollständiger Report (englisch)