Wien/Hamburg (OTS) – Greenpeace hat 17 Proben von Speisefischen,
Muscheln und Krabben aus
der Nord- und Ostsee von einem unabhängigen Labor auf PFAS-Gifte
untersuchen lassen. Die Ergebnisse sind erschreckend: In jeder
einzelnen Probe wurden solche Ewigkeitsgifte gefunden. Fast die
Hälfte der untersuchten Proben ist bei üblichen Verzehrmengen für
Kinder gesundheitlich bedenklich. Vier Proben gelten sogar für
Erwachsene als nicht sicher. Fisch aus der Nordsee landet auch in
Österreich regelmäßig auf den Tellern. Greenpeace fordert von der
Bundesregierung zum Schutz unserer Gesundheit ein schnelles Verbot
aller PFAS-Gifte sowie einen raschen und umfassenden Test-Schwerpunkt
von Lebensmitteln in Österreich.
Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace: „ Das Ausmaß der
PFAS-Belastung in Speisefischen und Meeresfrüchten ist alarmierend –
vor allem für Kinder. Familien müssen darauf vertrauen können, dass
ihr Essen sicher ist. Solange unklar bleibt, wie stark Fische auf dem
österreichischen Markt betroffen sind, müssen Händler und Behörden
für Transparenz sorgen und sicherstellen, dass keine belasteten
Produkte mehr auf unseren Tellern landen. “
In jeder einzelnen untersuchten Probe wurden Ewigkeitsgifte gefunden.
Die am häufigsten gefundenen PFAS-Gifte gelten als gefährlich: Sie
können Krebs auslösen, ungeborene Kinder schädigen und Organe wie
Leber und Milz angreifen. In drei Fischproben – Steinbutt, Hering und
Scholle – lagen die gemessenen Werte sogar über den EU-Grenzen für
Lebensmittel.
Noch deutlicher wird das Bild, wenn man sich anschaut, wie viel PFAS
laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) pro
Woche aufgenommen werden darf, ohne der Gesundheit zu schaden. Wird
dieser Wert regelmäßig überschritten, kann das die Gesundheit
gefährden. Bei acht der 17 untersuchten Fischproben würde ein
dreijähriges Kind schon mit weniger als 50 Gramm Fisch die empfohlene
Höchstmenge überschreiten. Und selbst Erwachsene nehmen bei vier der
17 Proben mit einer normalen Portion Fisch mehr PFAS auf, als pro
Woche noch als sicher gilt.
Fisch aus der Nordsee landet auch in Österreich regelmäßig auf den
Tellern. 94 Prozent des in Österreich konsumierten Fisches werden
importiert, davon fast die Hälfte aus Deutschland. Wie viele dieser
belasteten Fische aus der Nord- oder Ostsee stammen, ist bisher nicht
bekannt. Deshalb hat Greenpeace heute große Marken, Supermärkte und
Händler befragt, ob sie Fisch aus diesen Gebieten verkaufen und ihre
Lieferketten auf PFAS-Gifte überprüfen. Zudem fordert Greenpeace von
den österreichischen Behörden, Lebensmittel rasch und umfassend auf
PFAS zu testen.
Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie groß das Umweltproblem durch PFAS
ist: Viele der nachgewiesenen Stoffe sind in der EU längst verboten –
doch als sogenannte „Ewigkeitsgifte“ bleiben sie in Umwelt, Tieren
und Menschen bestehen. Gleichzeitig gelangen täglich Tausende weitere
PFAS in die Natur. Nur ein rasches, umfassendes Verbot aller PFAS
kann Umwelt und Gesundheit wirksam schützen. Greenpeace fordert die
österreichische Bundesregierung auf, ein solches Verbot auf EU-Ebene
zu unterstützen und bis dahin national alle Möglichkeiten zu nutzen –
etwa PFAS in Verpackungen, Kosmetik und Kleidung zu verbieten, wie es
Frankreich und Dänemark bereits tun.
Das Factsheet mit den Laborergebnissen finden Sie hier:
https://act.gp/FischtestPFAS
Bildmaterial und Grafiken finden Sie unter diesem Link:
https://act.gp/3IE9P6i
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