Wien (OTS) – Der Greenpeace-Marktcheck hat Toilettenpapier in
österreichischen
Supermärkten und Drogerien untersucht. Umweltschonend hergestelltes
Klopapier in den Regalen ist schwer zu finden: Nur bei acht Prozent
der geprüften Produkte ist angegeben, dass es sich um
umweltfreundliches Recycling-Papier handelt – obwohl der tatsächliche
Anteil an recyceltem Klopapier im Regal bei rund 40 Prozent liegt.
Stattdessen werben Hersteller lieber mit Greenwashing-Aussagen zur
teilweise recycelten Plastikverpackung. Greenpeace fordert vom Handel
und den Herstellern mehr recyceltes Klopapier und vor allem die
Kennzeichnung von umweltschonendem Altpapier. Beim Vergleich der
Sortimente liegen Lidl im Lebensmittelhandel sowie Müller Drogerie
vorne.
Gundi Schachl, Leiterin des Greenpeace-Marktchecks: „Recyceltes
Klopapier zu kaufen, ist ein kleiner Handgriff – aber ein wichtiger
Beitrag für den Umweltschutz. Doch auf den meisten Produkten aus
Altpapier fehlt der Hinweis darauf. Es ist absurd, dass wir wertvolle
Bäume fällen, um daraus ein Produkt herzustellen, das nach einmaligem
Gebrauch im Abwasser landet. Recycling-Papier ist heute qualitativ
gleichwertig, spart aber viel Holz, Energie und Wasser.”
Auch beim Klopapier schont Recycling unsere Waldbestände und ist
ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz: Im Vergleich zu Frischfasern
werden etwa ein Viertel weniger Wasser und 70 Prozent weniger Energie
benötigt, und zusätzlich ein Zehntel der CO2-Emissionen eingespart.
Die Frage von Greenpeace, warum dieser Umweltvorteil nicht ausgelobt
ist, wurde vom Marktführer Essity (Cosy, Zewa oder Danke) nicht
beantwortet. Konsument:innen können Klopapier aus Altpapier nur durch
Angaben wie “100 Prozent Recycling-Papier” auf der Verpackung oder an
vertrauenswürdigen Gütesiegeln “Blauer Engel” oder “Österreichisches
Umweltzeichen” erkennen. Greenpeace kritisiert, dass beim EU-Ecolabel
Frischfasern verwendet werden können, Recycling also keine Vorgabe
ist.
Ein grünes Mascherl geben sich viele Produkte mit Werbung, die
sich nur auf die Verpackung bezieht: „Recyclierbare Verpackung“
bedeutet nur, dass Wiederverwertung theoretisch möglich ist. Das wird
in Österreich meist nicht umgesetzt und wenn, dann oft nur mit
geringem Anteil an Altplastik. Gleichzeitig landen unnötige Duft- und
Farbstoffe im Produkt – problematisch für Umwelt und Gesundheit. Auch
die gängigen Siegel „FSC“, „FSC Mix“ und „PEFC“ täuschen Sicherheit
vor, bieten aber zu schwache Kriterien für wirksamen Waldschutz.
Welche Zeichen wirklich halten, was sie versprechen, zeigt der
Ratgeber „Zeichen-Tricks“ von Greenpeace. “Recycling ist bei
Klopapier die beste Wahl – erkennbar ist es am ‚Blauen Engel‘ und dem
‚Österreichischen Umweltzeichen‘. Wer dazu greift, schont unsere
Wälder und verzichtet auf unnötige Chemie wie Duft- oder Farbstoffe”
, so Schachl.
Den zusammenfassenden Websiteartikel finden Sie hier:
https://greenpeace.at/marktcheck/klopapier-sept25/
Bild- und Audiomaterial sowie weiterführende Informationen finden
Sie unter diesem Link: https://act.gp/Klopapier
Unter Angabe der Credits © Mitja Kobal / Greenpeace stehen die
Fotos kostenfrei zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.