Wien (OTS) – Bei einem Lokalaugenschein misst Greenpeace am bisher
heißesten Tag
der aktuellen Hitzewelle extreme Oberflächentemperaturen in Wien:
61,6 Grad am Stephansplatz, 66,3 Grad vor dem Hauptbahnhof und 67,2
Grad am Matzleinsdorfer Platz. Eine Kinderrutsche aus Metall im
Stadtpark zeigte mit 66,6 Grad sogar akute Verbrennungsgefahr für
Kinder. Laut der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) können
heiße Metalloberflächen bereits ab 65 Grad zu Verbrennungen führen.
Bäume und Grünflächen bringen hingegen Abkühlung und lebenswichtigen
Hitzeschutz in die Städte. Greenpeace fordert eine Renaturierungs-
Milliarde und Entsiegelungsoffensive von Klimaminister Totschnig. So
sollen Städte und Gemeinden gezielt dabei unterstützt werden,
Begrünungsprojekte und Hitzeschutzmaßnahmen zügig umzusetzen.
Sebastian Theissing-Matei, Sprecher von Greenpeace: „Die
unerbittliche Hitzewelle verwandelt unbegrünte Asphalt- und
Betonplätze in wahre Backöfen. Für gefährdete Gruppen wie zum
Beispiel alte Menschen oder Kinder können diese Temperaturen im
schlimmsten Fall tödlich sein. Bäume und Wiesen kühlen die Umgebung
merklich. Wenn Minister Totschnig nicht endlich eine Entsiegelungs-
und Begrünungsoffensive startet, muss man fragen, ob er die richtige
Person für das Amt des Klima-Ministers ist.”
Studien zeigen: Während reine Grünflächen ohne Bäume die
Temperatur bereits um fast sechs Grad senken, sorgt die Kombination
mit schattenspendenden Bäumen und Hecken für eine Abkühlung von bis
zu elf Grad im Vergleich zu dicht verbauten Betonwüsten. Bereits im
Juni zeigte eine Greenpeace-Analyse von 80 österreichischen Städten
auf Basis von Satellitendaten große Unterschiede beim Grün-Anteil. In
Zeiten zunehmender Wetterextreme und Rekord-Hitzewellen ist fehlende
Stadtbegrünung auch eine drängende Gesundheitsgefahr. Laut den
offiziellen Zahlen der staatlichen Agentur für Gesundheit und
Ernährungssicherheit sind allein bei der letzten Hitzewelle im Juni
fast 400 Menschen an den akuten Folgen der Hitze gestorben.
“Der beste Zeitpunkt, um graue Hitzeinseln aufzubrechen und mit
Bäumen und grünen Wiesen umzugestalten, wäre vor zehn Jahren gewesen,
denn die Entwicklungen waren vorhersehbar. Der zweitbeste Zeitpunkt
ist jetzt. Je schneller schattenspendende Bäume und kühlende
Grünflächen die Chance haben zu wachsen, desto schneller können sie
den betroffenen Menschen erholsame Abkühlung bringen” , erklärt
Theissing-Matei.
Bildmaterial vom Lokalaugenschein finden Sie hier:
https://bit.ly/Hitze-Hotspots
Unter Angabe der Credits © Greenpeace stehen die Fotos kostenfrei zur
redaktionellen Nutzung zur Verfügung.