Wien (OTS) – Greenpeace kritisiert die heutige Zustimmung durch eine
Mehrheit der
Europäischen Regierungen für EU-Mercosur scharf. Jetzt liegt der Ball
beim Europäischen Parlament, dass dem Handelspakt ebenfalls zustimmen
muss, bevor dieser gültig wird. Diese Abstimmung wird frühestens im
März stattfinden. Greenpeace fordert alle österreichischen EU-
Abgeordneten dazu auf, gegen den katastrophalen Handelspakt zu
stimmen. Insbesondere die SPÖ müsse bei ihrer bisherigen Ablehnung
bleiben.
Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace:
“Das letzte Wort ist bei EU-Mercosur noch nicht gesprochen. Jetzt
liegt es an den gewählten Abgeordneten des Europäischen Parlaments zu
entscheiden, ob dieser desaströse Pakt Wirklichkeit wird oder endlich
für immer im Papierkorb der europäischen Handelspolitik
verschwindet.”
Selbst die Europäische Kommission rechnet mit nur 0,05 Prozent
zusätzlichen Wachstum bis 2040 durch den EU-Mercosur-Pakt.
Demgegenüber steht die massive zusätzliche Zerstörung von
einzigartigen Lebensräumen wie etwa dem Amazonas. Gleichzeitig würden
Bäuerinnen und Bauern in Österreich damit in einen ruinösen und
unfairen Preiskampf gezwungen. Denn mit dem EU-Mercosur-Pakt würden
künftig jährlich große zusätzliche Mengen an Agrarprodukten auf den
europäischen Markt gelangen: 99.000 Tonnen Rindfleisch, 180.000
Tonnen Hühnerfleisch, 190.000 Tonnen Zucker, 650.000 Tonnen aus
Zuckerrohr gewonnenes Ethanol, 1.000.000 Tonnen Mais sowie 45.000
Tonnen Honig.
Die für Landwirt:innen in Aussicht gestellten Sicherheitsklauseln
und Förderungen kritisiert Greenpeace als reinen
Beschwichtugungsversuch. Bäuerinnen und Bauern haben das auch längst
erkannt und geben ihren Widerstand gegen EU-Mercosur in ganz Europa
nicht auf.
Auch das Argument, man müsse mit dem EU-Mercosur-Pakt gerade in
Anbetracht von Trump und Co. die Handelsbeziehungen mit Südamerika
aus geopolitischen Gründen stärken, bezeichnet Greenpeace als
Trugschluss.
“Greenpeace steht seit jeher für Multilateralismus und globale
Kooperation zur Überwindung der größten Umweltprobleme unserer Zeit.
Doch weder Europa noch die Welt werden auch nur ein Stück sicherer
oder lebenswerter, wenn die EU einen Handelspakt abschließt, der die
Klimakrise weiter anfacht, das Artensterben beschleunigt und noch
mehr Kleinbäuer:innen in den Ruin treibt” , erklärt Theissing-Matei.
Greenpeace fordert alle österreichischen EU-Abgeordneten dazu
auf, bei der entscheidenden Abstimmung im Europäischen Parlament
gegen den katastrophalen EU-Mercosur-Pakt zu stimmen. Insbesondere
die SPÖ darf nicht umfallen und muss bei ihrer jahrelangen klaren
Ablehnung bleiben.