Greenpeace: EU-Kommission torpediert Waldschutz mit erneuter Verschiebung der Entwaldungsverordnung

Wien (OTS) – Die Europäische Kommission will das EU-Gesetz für
entwaldungsfreie
Lieferketten ein zweites Mal um ein Jahr verschieben. Damit würde die
EU-Entwaldungsverordnung erst Ende nächsten Jahres und damit ein
weiteres Jahr später in Kraft treten als geplant. ÖVP-Minister
Norbert Totschnig versucht seit Jahren, das Waldschutzgesetz zu
verwässern. Greenpeace verurteilt die Verzögerung scharf und spricht
von einem Tiefpunkt europäischer Glaubwürdigkeit im Klima- und
Naturschutz.

Ursula Bittner, Greenpeace-Sprecherin: „Diese Entscheidung der EU
-Kommission ist die Spitze des Greenwashings. Während die Kommission
behauptet, Umweltschutz ernst zu nehmen, werden die Gesetze in
Wahrheit immer weiter torpediert und aufgeschoben. Jede Verschiebung
bedeutet: mehr Regenwald fällt für Palmöl, Kaffee oder Rindfleisch,
mehr Arten sterben aus, mehr Menschen verlieren ihre
Lebensgrundlagen. Wer Wälder nicht schützt, riskiert unser aller
Zukunft. Mit dieser Entscheidung verspielt die EU ihre
Glaubwürdigkeit – gegenüber der internationalen Gemeinschaft,
gegenüber Unternehmen und im eigenen Umweltschutz.“

Alleine zwischen 1985 und 2023 wurden 88 Millionen Hektar Wald im
Amazonas zerstört – , hauptsächlich um Platz für landwirtschaftliche
Produktion zu machen. Bereits im vergangenen Jahr wurde das
Inkrafttreten auf Druck mehrerer Mitgliedstaaten, allen voran
Österreich, verschoben. Künftig sollen Unternehmen mithilfe
satellitengestützter Daten nachweisen, dass ihre Produkte nicht aus
zerstörten Waldgebieten stammen.

Greenpeace fordert Umweltminister Norbert Totschnig auf, seine
Blockade gegen den Waldschutz zu beenden und Naturschutz über
Profitinteressen der Lobby zu stellen, anstatt die Zukunft der Wälder
zu gefährden.