Greenpeace deckt massive Asbest-Belastung im Burgenland auf

Eisenstadt/Wien (OTS) – Greenpeace hat im Burgenland eine massive und
großflächige Belastung
mit krebserregenden Asbestfasern aufgedeckt. Die
Umweltschutzorganisation hat an neun Stellen in Oberwart, Rechnitz
und Neumarkt im Tauchental Materialproben entnommen und im Labor
analysieren lassen. Das Ergebnis: Die Proben enthalten teils über 50
Prozent Asbest. Bereits ab einem Asbestanteil von 0,1 Prozent gilt
Material als gefährlicher Abfall. Durch Abrieb, Verkehr oder
Bauarbeiten werden besonders viele der schädlichen Fasern
freigesetzt. Darum müssen die zuständigen Behörden vor allem stark
beanspruchte Flächen sofort sperren, fordert Greenpeace. Dazu zählen
der Skatepark in Rechnitz, die laufende Krankenhausbaustelle in
Oberwart und die Schotterstraße in der Einfamilienhaussiedlung in
Neumarkt im Tauchental.

Stefan Stadler, Sprecher des Investigativ-Teams bei Greenpeace
Österreich sagt: „Selbst minimale Asbestmengen können in unseren
Lungen immensen Schaden anrichten. In Oberwart liegt asbestbelasteter
Schotter direkt bei der Klinik, in Rechnitz fahren Kinder mit
Fahrrädern, Scootern und Skateboard über asbestverseuchten Asphalt.
Das ist Gefahr im Verzug.” Asbest ist in Österreich seit 1990
verboten und muss unter strengen Sicherheitsauflagen geborgen und in
Asbestdeponien entsorgt werden.

Die Proben wurden vom Skatepark Rechnitz (Pumptrack-Anlage), von der
Rettungseinfahrt Rechnitz, vor dem Rathaus Oberwart, von der
Krankenhausbaustelle, der Straße (Streusplitt) und aus dem
Straßenbankett vor der Klinik Oberwart, der Baustelle im Gewerbepark
Oberwart sowie von der Baustelle und Schotterstraße nahe des
Spielplatzes in einer frisch gebauten Einfamilienhaussiedlung in
Neumarkt im Tauchental genommen.

„Asbest ist nachgewiesenermaßen krebserregend. Die im Burgenland
gefundene Asbest-Art Tremolit bildet langlebige Fasern, die beim
Einatmen tief in die Lunge gelangen und sich dort festsetzen. So
können schwere Erkrankungen wie Asbestose, Lungenkrebs oder bösartige
Tumoren des Brustfells entstehen, die sich oft erst Jahrzehnte nach
der Belastung zeigen” , erklärt Umweltmedizinerin Daniela Haluza,
Professorin an der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin am
Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien.

Das asbestbelastete Material stammt aus Serpentinit-Steinbrüchen, von
denen im Burgenland vier im Jänner 2026 wegen hoher Asbestbelastung
gesperrt wurden. Bereits 2008 musste einer dieser Steinbrüche
asbestbelasteten Streusplitt zurückrufen. Das Asbestvorkommen der
Region ist lange belegt. Dennoch genehmigten die burgenländischen
Behörden Abbau und Erweiterungen. „Es ist schockierend, wie die
Behörden hier über Jahrzehnte versagt haben. Jetzt müssen sie endlich
handeln: Vor allem die betroffenen Baustellen und stark beanspruchten
Flächen müssen sofort gesperrt werden. Hier können sich Asbestfasern
besonders leicht lösen und sind somit eine akute Gefahr” , sagt
Stadler. Die Behörden müssen sofort verhindern, dass asbestbelastetes
Material weiter verbreitet wird. Auch muss erhoben werden, wo überall
asbesthaltiges Gestein eingesetzt worden ist, beginnend mit besonders
kritischen Orten wie Spielplätzen, Freizeitparks, Kindergärten,
Schulen sowie Krankeneinrichtungen, fordert Greenpeace.

Factsheet und Laborbericht: https://act.gp/Asbest-Factsheet

Bildmaterial: https://act.gp/Asbest-Fotos
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zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung. Fotos werden laufend
aktualisiert.