Eisenstadt/Wien (OTS) – Nach Hinweisen aus der Bevölkerung hat
Greenpeace bei sieben
beliebten Ausflugsorten im Burgenland eine hohe Asbestbelastung
festgestellt. Darunter befinden sich die Burg Lockenhaus, die
Friedensburg Schlaining, die Aussichtswarte Geschriebenstein und zwei
Wanderwege. Die Ergebnisse der Laboranalysen wiesen allesamt hohe
Asbestgehalte von bis zu 50 Prozent auf. Greenpeace fordert rasche
Sanierungen und Sofortmaßnahmen auf den betroffenen Flächen. Ein
Freizeitunternehmen im Südburgenland sowie die Burg Lockenhaus haben
bereits Maßnahmen zugesagt. Die Betroffenen brauchen jedoch für die
notwendigen Sanierungen dringend finanzielle Unterstützung.
Greenpeace fordert Kanzler Stocker auf, rasch Hilfsgelder aus dem
Katastrophenfonds bereitzustellen.
Stefan Stadler, Sprecher des Investigativ-Teams bei Greenpeace
Österreich: „Bei Rekordhitze und Trockenheit ist Asbest-Schotter
höchst gefährlich, weil sich krebserregende Fasern sehr leicht lösen.
Es ist untragbar, dass Mitarbeitende und Besuchende von vielen
burgenländischen Ausflugszielen diesem Gesundheitsrisiko ausgesetzt
sind. Die betroffenen Flächen müssen rasch saniert werden. Als
sofortige Schutzmaßnahmen müssen die Flächen gesperrt oder bei
Trockenheit befeuchtet werden.” Kritik übt Greenpeace am Land
Burgenland und der dortigen Asbest-Taskforce unter der Leitung von
Dr. Hans-Peter Hutter. „Während die Bevölkerung und Greenpeace aktiv
nach Asbest suchen, lassen die Behörden weitergehende
Suchmöglichkeiten wie Lieferlisten ungenutzt und lassen Gemeinden,
Betriebe sowie die Menschen mit den Sanierungskosten alleine” , sagt
Stadler.
Betroffen sind der Burgparkplatz und die Innenhöfe der
Friedensburg Schlaining sowie zwei nahegelegene Wanderwege. Ebenfalls
mit Asbest belastet sind der Parkplatz und Innenhof der Burg
Lockenhaus, der Burgseeparkplatz nahe der Burg Lockenhaus, eine
Schotterfläche vor der Aussichtswarte Geschriebenstein in der
Gemeinde Rechnitz und ein Freizeitunternehmen im Südburgenland.
Die Betroffenen wurden von Greenpeace bereits über die
Asbestbelastung informiert. Das Freizeitunternehmen im Südburgenland
hat eine Sanierung zugesagt. Die Eigentümer:innen der Burg Lockenhaus
haben auf den betroffenen Flächen Schutzmaßnahmen zugesagt, so wollen
sie den betroffenen Bereich sperren, bei Trockenheit befeuchten und
eine Sanierung prüfen. Die Friedensburg Schlaining befindet sich im
Besitz der Landesholding Burgenland. Die Asbestbelastung ist dort
seit Ende Juni offiziell bekannt. Maßnahmen zum Schutz der
Mitarbeiter:innen oder Besucher:innen wurden noch immer nicht
gesetzt.
Asbest im Schotter hat besonders bei Trockenheit ein sehr hohes
Schadstoffpotential. Eine geringe Belastung reicht aus, um
krebserregende Fasern freizusetzen. Zudem ist eine Verschleppung der
Asbestfasern in Innenräume und Autos über die Schuhsohlen möglich.
Bei Greenpeace haben sich Anrainer:innen von Asbestschotterflächen
gemeldet, die Asbestfasern auch in ihrem Zuhause, etwa im Hausstaub,
auf Außenjalousien und in ihren Autos mittels Labortest nachgewiesen
haben.
„Während in Ungarn, Wien und Niederösterreich vielerorts bereits
saniert wird und Schutzmaßnahmen gesetzt werden, wird im Burgenland
morgen gar über die Öffnung der wegen hoher Asbestbelastung
geschlossenen Steinbrüche verhandelt. Das wäre ein Schlag ins Gesicht
für alle Opfer des Asbest-Skandals. Greenpeace fordert die dauerhafte
Schließung der Asbest-Steinbrüche sowie deren Umwandlung in
Asbestdeponien. Außerdem muss Kanzler Stocker rasch Hilfsgelder aus
dem Katastrophenfonds für die Betroffenen des Asbest-Skandals
bereitstellen” , fordert Stadler.
Das Factsheet, die Laborberichte und Fotos finden Sie hier:
https://bit.ly/Ausflugsorte
Unter Angabe der Credits stehen die Fotos kostenfrei zur
redaktionellen Nutzung zur Verfügung.
Inhalte auf einen Blick:
Anlass: Fund von asbestbelastetem Schotter bei Ausflugszielen im
Burgenland nach Hinweisen aus der Bevölkerung.
Ergebnis: Laborproben weisen hohe Asbestgehalte von bis zu 50 % auf.
Hauptforderung: Schnelle Sanierung und Sofortmaßnahmen (
Sperrung/Befeuchtung) auf den Flächen, Freigabe von Hilfsgeldern aus
dem Katastrophenfonds durch Kanzler Stocker sowie die dauerhafte
Schließung der Asbest-Steinbrüche und deren Umwandlung in Asbest-
Deponien.
Adressat: Kanzler Stocker, Land Burgenland.
Quelle: Greenpeace Österreich / https://bit.ly/Ausflugsorte