Greenpeace/Arbeiterkammer Wien/Younion zu Weltwassertag: Fünf-Punkte-Plan gegen Wasserknappheit in Österreich

Wien (OTS) – Anlässlich des Weltwassertags am 22. März schlägt eine
breite Allianz
aus Greenpeace, der Arbeiterkammer Wien und younion _ Die
Daseinsgewerkschaft Alarm: Die Klimakrise zehrt immer mehr an
Österreichs Wasserreserven. Dürren häufen sich und schüren
Nutzungskonflikte zwischen Haushalten, Industrie und Landwirtschaft.
Die Organisationen fordern von der Bundesregierung unter anderem ein
transparentes Wasserentnahme-Register, eine ganzheitliche
Wasserstrategie und den entschädigungsfreien Vorrang für Trinkwasser
vor allen anderen Nutzungen. Jede Aufweichung des EU-
Wasserschutzrechts lehnt das Bündnis strikt ab. Das vollständige
Forderungspapier finden Sie unter: https://act.gp/Wasser-Forderungen

Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace Österreich:
“In Österreich sind wir es gewohnt, dass Wasser jederzeit aus dem
Hahn fließt, doch auch bei uns wird das Wasser immer öfter knapp.
Auch dieser Winter war für das österreichische Grundwasser wieder
eher eine Durststrecke. Die Bundesregierung muss Österreich Dürre-Fit
machen. Nur so bleibt unser lebenswichtiger Wasserschatz für alle
erhalten.”

Iris Strutzmann, Wasserexpertin der Arbeiterkammer Wien: „Österreichs
Wasservorräte geraten durch die Klimakrise unter Druck. Wasser ist
Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und kritischen Infrastruktur.
Deshalb brauchen wir jetzt eine nationale Wasserstrategie, klare
Prioritäten für Krisenzeiten und volle Transparenz beim
Wasserverbrauch von Industrie und Landwirtschaft. Klar muss sein:
Trinkwasser hat immer Vorrang vor allen anderen Nutzungen.“

Thomas Kattnig, Mitglied des Bundespräsidiums der younion _ Die
Daseinsgewerkschaft: „Sauberes und leistbares Trinkwasser ist ein
Grundpfeiler der öffentlichen Daseinsvorsorge. Der Zugang zu
hochwertigem Wasser darf weder durch Liberalisierungsbestrebungen auf
EU-Ebene noch durch zusätzliche Haftungsrisiken für Städte und
Gemeinden gefährdet werden. Dass Österreich über eine so hohe
Wasserqualität verfügt, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis
verantwortungsvoller kommunaler Infrastrukturpolitik und der Arbeit
hochqualifizierter Beschäftigter in den Wasserbetrieben. Wasser ist
keine Ware, sondern Teil unserer sozialen Infrastruktur.“

Die aktuelle Wasser-Situation bleibt angespannt. Mit dem kommenden
Frühling schießt der Bedarf der Natur und auf den Feldern massiv nach
oben. Die Daten der Geosphere Austria belegen: Der Winter war viel zu
trocken. Vor allem im Dezember und Jänner fiel deutlich zu wenig
Niederschlag. Der feuchte Februar konnte den Wassermangel
abschwächen, aber nicht ansatzweise ausgleichen, während es im März
bisher kaum regnete. Das Ergebnis: Knapp die Hälfte der Messstellen
in Österreich zeigen derzeit niedrige oder sehr niedrige
Grundwasserstände.

Die zunehmende Trockenheit folgt einem bedrohlichen Trend: Dürren,
die früher nur einmal pro Jahrzehnt auftraten, treffen uns heute
bereits alle vier Jahre. Bis 2050 drohen Österreichs
Grundwasserreserven um fast ein Viertel zu schrumpfen, während
Industrie, Landwirtschaft und Haushalte gleichzeitig bis zu 15
Prozent mehr Wasser benötigen. Österreich steuert bisher
unvorbereitet auf Engpässe zu.
Um akute Nutzungskonflikte um unser kostbares Nass zu verhindern,
fordert die Allianz aus Greenpeace, AK Wien und Younion die sofortige
Umsetzung von fünf Kernforderungen:

– Ein transparentes Wasserentnahmeregister: Um einen besseren
Überblick zu bekommen, braucht Österreich sichere Daten darüber, wie
viel Wasser Industrie und Landwirtschaft in Österreich wirklich
nutzen.

– Eine österreichische Wasserstrategie: Der aktuelle
„Trinkwassersicherungsplan“ ist unseriös, da er den massiven
Wasserverbrauch von Industrie und Landwirtschaft einfach ignoriert.

– Keine Privatisierung von Wasser und bedingungslos Vorrang für
Trinkwasser: Der Zugang zu sauberem, leistbarem Wasser und
Sanitärversorgung ist ein Menschenrecht.

– Kürzere Bewilligungen für Wasserentnahmen: In der Klimakrise sind
25-jährige Entnahmerechte für die Bewässerung unverantwortlich. Wir
fordern eine Verkürzung auf maximal 6 Jahre.

– Hände weg von der EU-Wasserrahmen-Richtlinie: Dieses Regelwerk ist
das wichtigste Schutzschild für unsere Flüsse und unser Trinkwasser.
Die von Teilen der Industrie und Landwirtschaft lautstark geforderten
Aufweichungen würden für kurzfristige Profitinteressen dauerhaft
unsere Gesundheit und unsere Trinkwasserressourcen gefährden.

Das gesamte Forderungspapier von Greenpeace, Arbeiterkammer Wien
und younion _ Die Daseinsgewerkschaft mit allen Begründungen im
Detail finden Sie unter https://act.gp/Wasser-Forderungen