Greenpeace-Analyse: Knapp 60 Prozent der Grundwasserstände in Österreich auf Tiefstand

Wien (OTS) – Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die
österreichischen
Grundwasserstände analysiert. Der Zustand des Grundwassers ist
alarmierend: Bei fast 60 Prozent aller Messstellen ist der
Grundwasserstand aktuell niedrig oder sogar sehr niedrig. Bei mehr
als jeder zehnten Grundwassermessstelle liegt der Wasserstand so
niedrig wie Mitte Juli noch nie. Besonders betroffen sind die
westlichen Bundesländer, wo sich der schneearme Winter und regenarme
Frühling noch immer drastisch bemerkbar machen. Greenpeace fordert
von der Bundesregierung eine starke Wasserstrategie, die unsere
Lebensgrundlage schützt.

Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace: „Unser
Wasserhaushalt steht unter Druck. Trotz des vielen Regens im Juli
sind viele Grundwasserstände weiterhin dramatisch niedrig – teils so
tief wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Das ist kein Naturphänomen,
sondern ein Alarmsignal der Klimakrise.”

Eine Greenpeace-Analyse der Grundwasserstände in Österreich hat
ergeben: Trotz ausgiebigem Regen in den letzten Wochen weisen noch
immer rund 59 Prozent aller Messstellen in Österreich einen niedrigen
oder sehr niedrigen Grundwasserstand auf. Besonders dramatisch ist
die Lage in Westösterreich: In Tirol stehen 86 Prozent der
Messstellen auf niedrigem oder sehr niedrigem Niveau. In Salzburg
sind es 85 Prozent, in Vorarlberg 72 Prozent und in Oberösterreich 70
Prozent. Der ungewöhnlich schneearme Winter hat hier deutliche Spuren
hinterlassen – es fehlte im Frühling an Schmelzwasser, um den
Grundwasserpegel aufzufüllen. Auch in Kärnten ist die Lage
angespannt. Hier sind über die Hälfte der Grundwasserstände niedrig
oder sehr niedrig.

In Ostösterreich halten sich viele Grundwasserspeicher noch dank
der starken Regenfälle vom September 2024, doch auch dort zeigt der
Trend klar nach unten. Im Burgenland zeigen bereits 60 Prozent aller
Messstellen niedrige Werte. Die Analyse macht deutlich: Die
Klimakrise bringt den Wasserhaushalt Österreichs aus dem
Gleichgewicht – regional unterschiedlich, aber flächendeckend
spürbar.

Grundwasser ist unsere wichtigste Trinkwasserquelle – aber auch
unerlässlich für Landwirtschaft und Industrie. Doch Österreich ist
nicht ausreichend auf die zunehmende Konkurrenz um das knapper
werdende Wasser vorbereitet. Greenpeace fordert daher eine echte
Wende in der Wasserpolitik: Das angekündigte Wasserentnahme-Register
muss rasch umgesetzt werden, ebenso wie eine umfassende
Wasserstrategie, die alle Bereiche des Wasserverbrauchs einbezieht.
„Was wir jetzt versäumen, wird uns morgen teuer zu stehen kommen. Die
Politik darf nicht länger zusehen, wie wir uns planlos in eine
handfeste Wasserkrise stürzen. Wasser darf nicht erst dann zur
Priorität werden, wenn es bereits fehlt“ , so Theissing-Matei.

Das Factsheet mit den Ergebnissen im Detail:
https://act.gp/Grundwasserstände

Alle Unterlagen, Bildmaterial und Grafiken finden Sie unter:
https://act.gp/3IwK3QY

Unter Angabe der Credits stehen die Fotos und Grafiken kostenfrei
zur redaktionellen Nutzung zur Verfügung.