Wien (OTS) – Greenpeace kritisiert die massive Kehrtwende der
EU-Kommission im
Verkehrsbereich als schweren Rückschlag für den europäischen
Klimaschutz und eine gefährliche industriepolitische
Fehlentscheidung. Der ursprünglich für 2035 beschlossene
Zulassungsstopp für neue Autos mit Verbrennungsmotor wird deutlich
aufgeweicht. Statt eines vollständigen Ausstiegs soll der CO₂-Ausstoß
von Neuwagen bis 2035 nur noch um 90 Prozent sinken. Selbst nach 2040
ist somit die Verbrennertechnologie weiterhin erlaubt. Greenpeace
fordert, dass Umweltminister Norbert Totschnig dem Entwurf der
Kommission im EU-Umweltminister:innen-Rat eine Absage erteilt.
Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace in
Österreich: „Die EU-Kommission knickt abermals vor kurzfristigen
Wirtschaftsinteressen ein und gefährdet damit Klimaziele,
Planungssicherheit und die Zukunft der europäischen Autoindustrie.
Statt Klarheit herrscht nun Unsicherheit bei den Herstellern. Das
bremst Innovation, verteuert die Mobilitätswende und verzögert den
dringend notwendigen Ausstieg aus fossilen Antrieben. Umweltminister
Totschnig muss dem Verwässerungsentwurf der EU-Kommission eine klare
Absage erteilen.“
Der Verkehrssektor ist einer der größten Klimasünder in der EU
und in Österreich. Ein verbindliches Ende für neue Verbrenner ist ein
zentrales Instrument, um klimaschädliche Emissionen zu senken,
Investitionen in saubere Technologien zu lenken und leistbare E-
Mobilität rascher voranzubringen. Zuletzt wurden immer wieder große
Teile des ursprünglichen Green Deals von der EU abgeschwächt.
Duregger: „Die Verwässerung des Verbrenner-Aus ist derzeit nur eine
von vielen katastrophalen Entscheidungen, bei denen die EU-Kommission
Klima- und Naturschutz demontiert. In den letzten Monaten wurden
zahlreiche Rückschritte bei wichtigen klima- und umweltpolitischen
Agenden gemacht. So hat die EU-Kommission sowohl das
Lieferkettengesetz als auch die Entwaldungsverordnung ausgehöhlt.”