GPA-Teiber zu NEOS-Pensionsplänen: „Forderung nach höherem Pensionsantrittsalter ist zynisch!“

Wien (OTS) – „Wer jetzt eine weitere Erhöhung des
Pensionsantrittsalters anpeilt
und das als ‚ideologiefrei‘ verkauft, ignoriert die Lebensrealität
hunderttausender Beschäftigter“, reagiert Barbara Teiber, Vorsitzende
der Gewerkschaft GPA, auf die Forderungen der NEOS und den Beifall
der Industriellenvereinigung. „Schon heute scheiden viele Menschen
lange vor dem gesetzlichen Pensionsalter aus dem Erwerbsleben aus –
weil Gesundheit und Arbeitsmarkt nicht mitspielen. Schon jetzt können
sich mehr als drei von zehn Beschäftigten nicht vorstellen, gesund
bis zur Pension durchzuhalten. Wer das ausblendet, betreibt Politik
auf Kosten jener, die das Land tatsächlich tragen.“

Teiber weiter: „Wir haben es oft genug gesagt: Arbeiten bis 70
ist eine Pensionsfantasie der Industrie und der Albtraum der
Beschäftigten. Solange Wiedereinstiegschancen ab 55 schlecht sind und
die gesundheitliche Belastung in vielen Branchen hoch bleibt, ist
jede weitere Anhebung des Antrittsalters nichts anderes als eine
Pensionskürzung durch die Hintertür.“

„Die IV klatscht – aber die Beschäftigten zahlen. Wir kennen
dieses Drehbuch: Mehr Arbeitszeit, weniger Leistungen, später in
Pension. Gleichzeitig wird jede Debatte über die Einführung einer
Millionärssteuer verweigert. Das ist einfach zynisch“, so Teiber.

Teiber abschließend: „Die eigentlichen Hebel liegen auf der Hand:
mehr und bessere Jobs für Ältere, gezielte Qualifizierung via AMS und
Betriebe, gesundes Arbeiten bis zur Pension – und eine faire
Finanzierung, bei der Superreiche endlich ihren Beitrag leisten.“