GPA-Teiber zu IV: „Kahlschlag-Fantasien auf dem Rücken der Beschäftigten lösen kein einziges Standortproblem!“

Wien (OTS) – Mit scharfer Kritik reagiert GPA-Vorsitzende Barbara
Teiber auf die
Forderungen der Industriellenvereinigung Niederösterreich nach einer
Streichung von Feiertagen und längeren Arbeitszeiten. „Feiertage
streichen, länger arbeiten, später in Pension gehen und im
Gesundheitssystem Selbstbehalte einführen: Wenn es nach Teilen der
Industrie geht, besteht Standortpolitik offenbar vor allem darin, den
Rotstift bei den Beschäftigten anzusetzen“, so Teiber.

„Diese Kahlschlag-Fantasien lösen kein einziges strukturelles
Problem des Wirtschaftsstandorts“, betont die Gewerkschafterin. „Wer
Anwesenheitszeit mit Produktivität verwechselt, stellt die falsche
Diagnose und verschreibt die falsche Medizin. Seit mehr als 30
Monaten steigt die Arbeitslosigkeit, gleichzeitig geht die Zahl der
offenen Stellen zurück. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch
mehr Stunden am Papier, sondern durch Investitionen, Innovation und
höhere Produktivität,“ führt Teiber aus.

Das gelte ebenso für den neuerlichen Angriff auf gesetzliche
Feiertage. „Die tatsächlichen Auswirkungen auf die
Wirtschaftsleistung wären marginal. Wer behauptet, man müsse nur zwei
Feiertage aus dem Kalender streichen und schon seien alle
Standortprobleme gelöst, macht aus einer komplexen wirtschaftlichen
Lage eine Milchmädchenrechnung. Doch Kürzungsfantasien bei den
Beschäftigten ersetzen keine ernsthafte Wirtschaftspolitik“, so
Teiber.

„Wer noch dazu glaubt, die Menschen würden nicht einmal merken,
dass Stück für Stück an ihren Rechten und Absicherung gesägt wird,
hat den Bezug zur Lebensrealität der arbeitenden Bevölkerung längst
verloren“, ergänzt Teiber.

Für die Gewerkschafters-Vorsitzende zieht sich durch den gesamten
Forderungskatalog ein auffälliges Muster: „Bei Arbeitnehmer sollen
Feiertage, Arbeitszeit, Pensionen und Leistungen im Gesundheitssystem
zur Debatte stehen. Wenn es aber darum geht, dass Millionäre und
große Vermögen einen gerechten Beitrag leisten, ist aus denselben
Kreisen verlässlich ein kategorisches ‚Nein‘ zu hören.“

„Wer ständig von den Beschäftigten verlangt den Gürtel enger zu
schnallen, kann die Vermögendsten in diesem Land nicht gleichzeitig
aus jeder Verantwortung ziehen. Eine Millionärssteuer wäre jedenfalls
ein wesentlich gerechterer Beitrag als der nächste Angriff auf
Arbeitnehmerrechte“, so Teiber abschließend.