Gorlitzer: Bericht der Patientenanwaltschaft ist ein Alarmbericht – Keine Trendwende im Wiener Gesundheitssystem erkennbar

Wien (OTS) – „Der jährliche Bericht der Wiener Patienten- und
Pflegeanwaltschaft
zeigt jedes Jahr die Spitze des Eisberges auf. Und diese Spitze ist
leider zum Alltag in Wien geworden. Jahr für Jahr wiederholen sich
dieselben Fehler. Das ist kein Zufall, das ist Systemversagen“, so
LAbg. Michael Gorlitzer in der heutigen Debatte im Wiener Landtag.

Gorlitzer verwies auf konkrete Beispiele aus dem Bericht:
monatelanges Warten auf dringende Operationen oder Untersuchungen,
Jugendliche, die trotz mehrfacher Terminverschiebungen nicht
behandelt werden oder krebskranke Patientinnen, die von Klinik zu
Klinik geschickt werden, weil kein Facharzt verfügbar ist.

„Aber anstatt Lösungen anzustreben, wird der Schwarze Peter den
Gastpatienten oder den Wahlärzten zugeschoben. Ein reines
Ablenkungsmanöver, um nicht auf die eigenen Probleme eingehen zu
müssen“, so Gorlitzer weiter.

Die Wiener Volkspartei fordert daher eine klare Wende im
Gesundheitssystem. Es brauche endlich ein Ende der Bettensperren,
damit die vorhandenen Kapazitäten auch wirklich genutzt werden. Ärzte
und Pflegekräfte müssen attraktive Arbeitsbedingungen mit planbaren
Dienstplänen, besserer Entlastung und Supervision vorfinden. Auch die
Patientensteuerung müsse endlich funktionieren – mit rascherer
Terminvergabe und einer sinnvollen Ergänzung durch Telemedizin.
Besonders dringlich sei zudem der Ausbau der Psychiatrieversorgung:
Kein Jugendlicher dürfe wegen Platzmangels abgewiesen werden. Ebenso
entscheidend sei ein Kulturwandel in den Spitälern, wo Respekt,
Freundlichkeit und Information wieder einen höheren Stellenwert haben
müssten.

„Der Bericht ist kein Verwaltungsakt, sondern ein Hilfeschrei.
Die Patientinnen und Patienten brauchen Lösungen – nicht Ausreden und
Vertröstungen. Es ist höchste Zeit, dass die SPÖ-Neos-Stadtregierung
Verantwortung übernimmt, Geld in Personal investiert statt in
Verwaltung und Berater, und endlich die Wende im Wiener
Gesundheitswesen einleitet“, so Gorlitzer abschließend.