Wien (OTS) – Die Berichterstattung und die Öffentlichkeitsarbeit des
Innenministeriums zum Thema Dienstzeitmanagement neu lösen beim
Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft Martin Heinzl Verärgerung aus:
„Bei der Umsetzung des Dienstzeitmanagements neu handelt es sich ganz
einfach um eine strikte Sparmaßnahme, die man den Kolleginnen und
Kollegen auch noch als Reform zu ihrem Vorteil verkaufen will. Die
vom Innenminister und seinen Führungskräften behaupteten
Verbesserungen für die Belegschaft sind für uns nicht erkennbar, weil
es sie schlichtweg nicht gibt. Offensichtlich ist jedoch für alle
Betroffenen, dass man sich damit auf dem Rücken der Polizistinnen und
Polizisten viel Geld ersparen will. Diese Vorgehensweise sorgt
natürlich für großen Unmut und Ärger in der Kollegenschaft. Daran
trägt aber weder die Polizeigewerkschaft noch die Personalvertretung
Schuld, wie dies dennoch bereits mehrmals von Führungskräften des BMI
behauptet wurde. Solche Vorwürfe sind inakzeptabel und aufs Schärfste
zurückzuweisen. Wir werden uns dadurch auch nicht davon abbringen
lassen, das Projekt weiter kritisch zu verfolgen und die
Unzulänglichkeiten des neuen Systems aufzuzeigen.“
„Unsere Einwände und Bedenken zum neuen Dienstzeitsystem spiegeln
lediglich die Ängste und Befürchtungen unserer Polizistinnen und
Polizisten wider, weil diese Reform maßgebliche Einschnitte für das
Privatleben und die finanzielle Situation bringen wird, auch wenn man
dies seitens des Innenministeriums anders darzustellen versucht“,
führt der Vorsitzende Martin Heinzl weiter aus.
„Die mediale Ankündigung des Bundesministers einen Tag vor dem
Start des Probebetriebes am 1. September, dass das neue
Dienstzeitsystem mit 1. April 2027 auf ganz Österreich ausgerollt
werden soll, ohne noch die Ergebnisse aus dem Probebetrieb zu kennen,
bestätigt unsere Befürchtung, dass man diese Reform um jeden Preis
durchboxen und nicht auf aussagekräftige Erkenntnisse aus dem
Probebetrieb warten will“, stellt Martin Heinzl klar.
„Auch der Umstand, dass wir den nunmehr offenbar festgelegten
Umsetzungstermin aus den Medien erfahren müssen, zeugt von einer
eigenen Qualität des Umgangs im Zusammenhang mit dieser Reform. Man
wird aber auch darüber noch mit uns zu verhandeln haben“, schließt
der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft.