Wien (OTS) – Eine im März dieses Jahres durchgeführte internationale
Schwerpunktaktion unter der Leitung von Interpol macht einmal mehr
das Ausmaß des weltweiten Handels mit gefälschten und illegalen
Arzneimitteln deutlich. Im Rahmen der Operation Pangea XVIII wurden
in rund 90 Ländern, darunter auch Österreich, mehr als 6,4 Millionen
Dosen nicht zugelassener oder gefälschter Medikamente im Wert von
rund 15,5 Millionen US-Dollar sichergestellt.
„Die Erfolgsbilanz dieser internationalen Operation zeigt leider
im negativen Sinne eindrucksvoll, wie organisiert und
grenzüberschreitend kriminelle Netzwerke bei Arzneimittelfälschungen
agieren. Und wieder ist es insbesondere der Onlinehandel, der ein
zentrales Einfallstor darstellt, das gezielt von diesen Banden
genutzt wird. Die sichergestellten Präparate bergen hohes
Gefahrenpotenzial, da sie häufig falsche oder minderwertige
Wirkstoffe enthalten, falsch dosiert oder verunreinigt sind“, warnt
Alexander Herzog, Generalsekretär der PHARMIG.
Bei den sichergestellten Präparaten handelte es sich insbesondere
um vermeintliche Potenzmittel, Beruhigungs- und Schmerzmittel,
Antibiotika sowie Lifestyle- und Abnehmprodukte, die häufig über
Onlineplattformen und soziale Medien vertrieben werden.
Dazu Herzog: „ Wer Medikamente über dubiose Internetseiten oder
soziale Netzwerke bezieht, setzt sich ernsthaften Risiken aus. Was
wie ein günstiges Angebot erscheint, kann im Extremfall das Leben
kosten. Sicherheit besteht ausschließlich entlang der legalen
Lieferkette, also über streng kontrollierte Vertriebswege, zu denen
zertifizierte Online- und niedergelassene Apotheken zählen. “
Was speziell Österreich betrifft, so wurden laut aktuellem
Produktpirateriebericht des Bundesministeriums für Finanzen (2025)
zuletzt über 398.000 gefälschte oder illegale Medikamente
beschlagnahmt. Diese Zahl verdeutlicht, dass Arzneimittelfälschungen
kein fernes Problem sind, sondern auch den heimischen Markt betreffen
und eine konkrete Gefahr für Patient:innen darstellen.
„Die aktuellen Zahlen aus Österreich und die internationalen
Ermittlungserfolge zeigen klar, dass der Kampf gegen den illegalen
Arzneimittelhandel konsequent fortgesetzt werden muss. Notwendig sind
weiterhin Aufklärung, Kontrollen und ein klares Bewusstsein in der
Bevölkerung, dass Sicherheit bei Medikamenten oberste Priorität hat“,
so Herzog.
Über die PHARMIG: Die PHARMIG ist die freiwillige
Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit
hat der Verband ca. 120 Mitglieder (Stand Mai 2026), die den
Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken. Die PHARMIG und ihre
Mitgliedsfirmen stehen für eine bestmögliche Versorgungssicherheit
mit Arzneimitteln im Gesundheitswesen und sichern durch Qualität und
Innovation den gesellschaftlichen und medizinischen Fortschritt.