Wien, am 3.6. (OTS) – Am 5. Juni ist Weltumwelttag. Die
Umweltschutzorganisation GLOBAL
2000 rückt dieses Jahr Wasser ins Rampenlicht. Die erste Hitzewelle
schon im Mai, der niederschlagsärmste Frühling seit Beginn der
Wetteraufzeichnungen und niedrige Grundwasserpegel zeigen, wie
verletzlich selbst wasserreiche Länder wie Österreich sind. Oft
unsichtbar bleibt hingegen der enorme Wasserverbrauch vieler
Produkte, weil dieser bei der Herstellung im Ausland anfällt.
„Einwegprodukte wie E-Zigaretten, kurzlebige Fast Fashion und
überdimensionierte Verpackungen verbrauchen wertvolle
Wasserressourcen und landen ganz schnell im Müll. Der versteckte
Wasserbedarf beträgt in Österreich rund 4.700 Liter Wasser pro Kopf
und Tag“, rechnet Anna Leitner, Sprecherin für Ressourcen und
Lieferketten, vor.
Unternehmen in die Verantwortung
In einem T-Shirt stecken rund 2.500 Liter, in Jeans mehr als
3.500 Liter Wasser. 23 Kilo Kleidung pro Kopf landen jedes Jahr im
Müll. Das entspricht einem geschätzten Wasserverbrauch von 200.000
Litern oder umgerechnet 1.500 vollen Badewannen pro Person. Auch die
Verpackung selbst landet nach einmaligem Gebrauch im Müll. Nicht nur,
aber auch in der Gastronomie: „Allein durch die Umstellung auf
Mehrwegverpackungen bei Coffee-to-go, Burgern oder Ketchup-Packerln
lassen sich in Europa jährlich rund 2,6 Billionen Liter Wasser
einsparen. Das ist keine Kleinigkeit, das entspricht rund 80 Prozent
des jährlichen Wasserverbrauchs Österreichs“, so Leitner.
Wasser, Klima und Umwelt schonen
Wie das Beispiel des Dosen- und PET-Flaschenpfands zeigt, geht es
allein mit Freiwilligkeit nicht. Leitner fordert daher
Verpflichtungen für die Industrie: „Wenn Hersteller für Sammlung und
Recycling zahlen müssen, bauen sie langlebigere und reparierbare
Produkte. Ein Gesetz gegen Fast Fashion und ein echtes, wirksames
Kreislaufwirtschaftsgesetz sparen enorme Mengen Wasser, Energie und
Ressourcen. Und das entlastet unsere Umwelt, schont Klima und spart
Wasser. Da muss die Regierung jetzt endlich in die Gänge kommen“,
fordert Leitner.
Die Uhr tickt
Die Deadline für die Umsetzung der EU-Lieferkettenrichtlinie ist
bereits im Juni 2027, für die erweiterte Herstellerverantwortung für
Textilien ein Jahr darauf, im Juli 2028. Die Erfahrung zeigt: Das ist
nicht viel Zeit angesichts der umfassenden Abstimmungsprozesse
zwischen den Regierungsparteien und der Beteiligung zahlreicher
Interessengruppen.