Gewerkschaft vida zieht positive Bilanz nach Streik in Ordensspitälern Oberösterreichs

Wien (OTS) – Der gestrige Streik der nicht-ärztlichen Beschäftigten
in allen acht
Ordensspitälern Oberösterreichs ist aus Sicht der Gewerkschaft vida
ein starkes Signal. Bereits ab 6:00 Uhr starteten in den ersten
Häusern Betriebs- und Streikversammlungen, die teils bis in den Abend
andauerten.

Höhepunkt war eine öffentliche Streikversammlung in Linz, bei der
ab 10:00 Uhr rund 800 Personen – darunter viele Beschäftigte aus den
umliegenden Ordenskrankenhäusern sowie zahlreiche Unterstützer:innen
– trotz klirrender Kälte durch die Innenstadt zogen. Sie verliehen
lautstark ihren Forderungen Nachdruck. Von etwa 4.000 an diesem Tag
diensthabenden Mitarbeiter:innen beteiligten sich rund 2.000 aktiv am
Streik, während die weiteren Beschäftigten die Notfallversorgung
sowie die Betreuung stationärer Patient:innen sicherstellten.

„Die hohe Beteiligung am Streik zeigt, wie ernst die Situation
ist. Es braucht dringend ein wertschätzendes Angebot der Arbeitgeber,
das die Teuerung ausgleicht und Antworten auf die massive
Arbeitsbelastung liefert“, betont vida-Vorsitzender Roman
Hebenstreit. Laut Berechnungen würde es etwas über 40 Millionen Euro
kosten, alle Forderungen umzusetzen. „40 Euro pro versorgte
Patient:in müssen uns ein stabiles und zukunftsträchtiges
Gesundheitssystem wert sein.“

Der starke Zusammenhalt unter den Beschäftigten und das
gemeinsame Ziel, auch künftig eine qualitativ hochwertige
Gesundheitsversorgung zu sichern, seien deutlich spürbar gewesen. Die
Streikversammlungen verliefen ohne Zwischenfälle, in einzelnen
Häusern nahmen bis zu 72 Prozent der Diensthabenden teil.

Rückkehr an den Verhandlungstisch bis Ende Jänner gefordert

Bereits am Donnerstag forderte die Gewerkschaft vida die
Arbeitgeberseite schriftlich zu einer fünften Verhandlungsrunde auf.
„Wir sind jederzeit bereit, konstruktiv an Lösungen zu arbeiten“,
bekräftigt vida-Verhandlerin Martina Reischenböck. Bis Montag, 26.
Jänner, wird eine Rückmeldung erwartet, ob auch die Arbeitgeber
bereit sind, noch im Laufe des Jänners an den Verhandlungstisch
zurückzukehren. „Uns ist ein faires und tragfähiges Ergebnis wichtig
– und das möglichst rasch. Das haben die Beschäftigten in den
Ordenskrankenhäusern verdient“, so Reischenböck. Auf die Einladung
der Gewerkschaft vida zu einem weiteren Gespräch gibt es nach wie vor
keine Antwort.

Dem Streik war ein monatelanger Stillstand in den
Kollektivvertragsverhandlungen für rund 10.000 Beschäftigte
vorausgegangen. Gefordert werden ein Angebot, das die Teuerung
abdeckt, und eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden
als konkrete Maßnahme gegen die massive Arbeitsbelastung. „Bei
unseren Forderungen geht es nicht um Lohnverbesserungen, sondern nur
um die Beibehaltung des status quo“, stellt Reischenböck klar. „Der
Streik hat gezeigt, wie belastend der Normalzustand im Krankenhaus
inzwischen geworden ist“, fasst Reischenböck zusammen.

Verantwortung der Politik

„ Auch die Landespolitik ist gefordert. Die dauerhafte
Überlastung im Gesundheitswesen ist ein tiefgreifendes strukturelles
Problem, das nur mit ausreichender Finanzierung, verbindlichen
Rahmenbedingungen und spürbaren Verbesserungen für die Beschäftigten
gelöst werden kann. Bleiben diese Schritte aus, wird sich der
Personalmangel weiter dramatisch verschärfen“, warnt Hebenstreit.

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